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26.07.2017 - 09:27

Goulding & Howl: Leicht verkühlte Frauenpower

08.02.2014, 00:36
Lazarett im Backstage-Bereich: Top-Star Ellie Goulding und Support-Sängerin Chlöe Howl kämpften am Freitagabend gegen ihre Verkühlungen. Auf die Bühne des prunkvollen und restlos ausverkauften Wiener Konzerthauses schafften es schlussendlich beide - ein nicht immer tadelloses Fest für Augen und Ohren.

Im gediegenen Ambiente des Wiener Konzerthauses können die Besucher gemeinhin feinen Klängen der Jazz- , Klassik- oder World- Music- Zunft lauschen. Umso interessanter, dass sich an einem ungewohnt warmen Februar- Tag zwei angesagte Pop- Musikerinnen ein Stelldichein in ungewohnter, aber ausverkaufter Umgebung gönnen und somit jüngeres Publikum in den prunkvollen Saal lotsen. Während Senkrechtstarterin Ellie Goulding bereits auf eine globale Fanbase bauen kann und mehr als sechs Millionen Likes auf Facebook zählt, gehört Landsfrau Chlöe Howl (noch) zu den angesagtesten Newcomern.

Angeschlagen, aber locker

Mit einer Nominierung beim renommierten BBC Sound of 2014 und dem Shortlist- Platz zum diesjährigen BRIT- Award sorgte die 18- Jährige vor allem in ihrer britischen Heimat für enormes Aufsehen. Mit einer innovativen und modernen Mixtur aus Electro und Pop schwappt Howl als Support von Ellie Goulding erstmals für mehrere Stationen aufs europäische Festland und gewinnt an diesem Abend auch neue Fans in Wien. Obwohl schwer verkühlt und noch am Nachmittag mit Medikamenten der nächstgelegenen Apotheke versorgt, singt sich das Top- Talent leichtfüßig und eingängig durch flotte Songs wie "Disappointed", "Girls & Boys" oder "No Strings".

Bauchfrech und mit keck- burschikoser Frisur lässt sich der sympathische Jungstar auch nicht von Abstimmungsproblemen aus dem Konzept bringen. Als sie "Paper Heart" ankündigt, passiert eine gefühlte Ewigkeit lang gar nichts – mit dem lauten Lachen eines Teenagers überspielt sie aber auch diesen kleinen Fauxpas meisterhaft. Der Sound erinnert vor allem bei den elektronischen Teilen stark an die Legenden New Order, bekommt aber einen zeitgemäßen Power- Pop- Anstrich verpasst.

Das nächste große Ding

Howl selbst tänzelt lasziv über die Bühnenbretter, singt mit britischem Akzent und bringt einen kräftigen Hauch von Verruchtheit in den altehrwürdigen Saal. Im Juni erscheint das Debütalbum und so mancher mag darauf wetten, hier erstmals das nächste große Mainstream- Charts- Sternchen gesehen zu haben.

Bei Ellie Goulding ist nach kurzer Umbauphase alles ein bisschen pompöser, aber auch braver. Das freche Auftreten ihrer Support- Künstlerin liegt der blonden Durchstarterin nicht, sie konzentriert sich lieber auf das blitzblanke Image, die passende Visualisierung zu den Klängen und ihre einzigartige Stimme. Doch auch die wurde in den Tagen zuvor in Mitleidenschaft gezogen. Goulding musste am Nachmittag sogar alle geplanten Interviews absagen, um die Stimme für den Abend zu schonen.

Hilfe für die Höhen

Dass sie diese trotz aller Probleme derart gut in Szene setzen kann, war daher nicht vorauszusehen. Nur die ganz hohen Töne trifft sie beim starken Opener "Figure 8" und "Ritual" nicht ganz perfekt, dafür erfährt sie Unterstützung von drei tadellosen Backgroundsängerinnen.

Mit einer imposanten, karoförmigen LED- Wand und geschickt eingesetzten Lichteffekten funktioniert die Optik hervorragend, musikalisch hat das 90- Minuten- Konzert aber vor allem im Mittelteil seine Längen. Zu viele Mid- Tempo- Songs und Balladen sorgen für einen deutlichen Stimmungseinbruch, die Anordnung der Songs hätte man besser hinkriegen können. Bei einem sanften Medley packt die Frontfrau dafür ihre Gitarrenkünste aus und auch das Elton- John- Cover "Your Song" ist mehr als gelungen, dennoch zieht sich der ruhige Teil des Abends zu stark in die Länge.

Vollgas auf der Zielgeraden

Der sympathischen Britin fehlt es in der kurzen Karriere noch an ausreichend zwingende Hits, um ein Konzert dieser Länge durchgehend spannend gestalten zu können. Erst im Schlussviertel fährt sie noch einmal Geschütze auf und lässt ohne Unterlass Top- Hits wie "Anything Could Happen", "I Need Your Love", "Lights" und den kommerziell größten Erfolg "Burn" vom Stapel. Zu diesem Zeitpunkt kocht auch wieder die Stimmung und das edle Konzerthaus verwandelt sich in ein stimmungsvolles Tollhaus. Zumindest an diesem Abend – schon bald kehren wieder ruhigere Klänge ein.

08.02.2014, 00:36
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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