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05.12.2016 - 05:35
Foto: Universal Music

Das Beste von Georg Danzer auf drei CDs

23.10.2011, 23:57
Am 7. Oktober wäre der im Juni 2007 an Krebs verstorbene Sänger Georg Danzer 65 Jahre alt geworden. Jetzt hat sein langjähriger Freund, Manager und Nachlassverwalter Franz Christian "Blacky" Schwarz eine drei CDs umfassende Werkschau mit dem Titel "Wann i so z’ruckschau" zusammengestellt. Zeitgleich sind auch 27 von 33 Studio-Alben Danzers – ein Großteil davon war seit Jahren vergriffen oder noch nie auf CD erhältlich – in digital remasterter Form erschienen.

"Wann i so z'ruckschau - Die ultimative Liedersammlung" des Poeten der rot- weiß- roten Liedermacherszene enthält auf drei Silberlingen 62 Songs, die zwischen 1972 und 2006 erschienen sind. "Eigentlich wollte ich 65, schließlich ist es sein 65. Geburtstag, aber es passten nur 62 drauf", so Schwarz, der schon nach Danzers Tod dessen musikalisches Lebenswerk neu auflegen wollte. Ein, wie sich zeigte, schwieriges Unterfangen, weil Danzer, der auch als Songschreiber für Wolfgang Ambros (etwa "Heite drah i mi ham"), Wilfried, André Heller, Marianne Mendt ("In deine Arm") und Erika Pluhar ("Resumee") reüssierte, seine Alben bei vier verschiedenen Plattenfirmen veröffentlicht hat.

CD 1 von "Wann i so z’ruckschau" enthält jene Lieder, die in den 70er- Jahren entstanden sind. Der Bogen spannt sich von "Tschick", der Single, die anno 1972 einen mittleren Skandal auslöste, über Danzers erste und einzige Nummer- 1-Single, die quasi inoffizielle Hawelka- Hymne "Jö schau", Klassiker wie "Schau Schatzi", "Ruaf mi ned an", "Lass mi amoi no d'sunn aufgeh'n segn", den Gassenhauer "Hupf in Gatsch" (Platz 6 in den österreichischen Charts), "War das etwa Haschisch" (das einige Radiosender auf den Index setzten), "Der legendäre Wixer- Blues vom 7. Oktober 1976", "Die Moritat vom Frauenmörder Wurm", dem der Werkschau den Namen gebenden "Wann i so z'ruckschau" und der Single "Feine Leute".

Der politische Danzer

Auf CD 2 sind jene Songs nachzuhören, die in den 1980ern entstanden sind, als sich Danzer immer mehr als politischer Liedermacher profilierte und im friedensbewegten Deutschland große Erfolge feierte - mit Songs wie etwa "Die Freiheit", "Ruhe vor dem Sturm" und dem auf dem Album "Traurig aber wahr" erschienene Anti- Nazi- Song "Der alte Wessely", den er jenen 140.000 Österreicherin widmete, die bei der Bundespräsidentenwahl 1980 ihre Stimme dem deutschnationalen und rechtsextremen NDP- Kandidaten Norbert Burger  gaben. Und obwohl Danzer in der zweiten Hälfte der 80er eine Krise durchlebte (Scheidung, schwerer Motorradunfall, sein damaliger Manager taucht unter), gelingen ihm mit "Zombieball", "Weiße Pferde", "Doppelgänger" und "Sei immer höflich" Hits.

Silberling 3 enthält das Beste aus dem Spätwerk Danzers. Die Palette reicht dabei von Strizzi- Schmäh ("Vorstadtcasanova") über Liebeslieder ("Des is mei Frau"), die Omofuma- Hommage ("A erstickter Schrei") bis hin zu ironischen Songs wie etwa "Anplaggd" oder "Eigentlich bin ich ein Schwein". Von seinem letzten Album "Träumer", 2006 erschienen und laut Danzer stark vom John- Lennon- Klassiker "Imagine" inspiriert, finden sich auf "Wann i so z'ruckschau" zwei Songs - "I fürcht me ned" und der Titelsong "Träumer". Schade nur, dass es der berührende Song "Alles was i brauch", der sich mit Abschied und Sterben beschäftigt, nicht auf die Kompilation geschafft hat.

Einzige Kritikpunkte an der Zusammenstellung: Das witzige "So a Dodl mit der Rodl", das Danzer vor den Olympischen Winterspielen anno 1976 in Innsbruck veröffentlichte, und das es bis auf Platz 3 der heimischen Hitparade schaffte, fehlt auf der "ultimativen Liedersammlung" ebenso wie etwa Danzers deutsche Fassung des Donovan- Klassikers "Atlantis", die 1984 immerhin in die Top 20 der Austro- Charts kletterte, und – traurig, aber wahr - der Titel "Elfi".

27 Studio- Alben neu aufgelegt

Zeitgleich mit der Kompilation "Wann i so z'ruckschau" wurden auch 27 von 33 Studio- Alben Danzers (Infos und Cover in der Infobox) in restauriertem, digitalen Gewand neu aufgelegt. Sony, Universal und Phoebus Music konnten sich auf eine Label- übergreifende Zusammenarbeit einigen, was sich in einem gemeinsamen grafischen Erscheinungsbild der CDs zeigt. Wermutstropfen: Die zwei allerersten Alben, "Tschick" (1972) und "Honigmond" (1973) sowie die bei Teldec Ende der 1980er- Jahre veröffentlichten Alben "Danzer" (1986), "Liebes Leben" (1987) sowie "Rufze!chen" (1989) sind bei den Re- Releases nicht dabei.

9 von 10 Schurlis

23.10.2011, 23:57
Wilhelm Eder
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