Formel-1-Spionage

Ex-Ferrari-Chefmechaniker Stepney verurteilt

Sport
30.09.2010 15:18
Der frühere Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney ist laut italienischen Medienberichten wegen der Formel-1-Spionageaffäre aus dem Jahr 2007 zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Jahr und acht Monate Gefängnis sowie 600 Euro Geldstrafe lautet das Urteil gegen den Briten, der sich vor dem Gericht der norditalienischen Stadt Sassuolo bei Bologna in der Nähe der Ferrari-Hochburg Maranello wegen Sabotage verantworten musste.

Stepneys Anwältin, die Italienerin Sonia Bartolini, bestätigte gegenüber der "Gazzetta dello Sport" das Urteil und erklärte, dass sie sich mit der Staatsanwaltschaft auf diese Strafe geeinigt habe. Dafür danke sie dem Staatsanwalt, "denn sonst wäre die Strafe viel höher ausgefallen", wie Bartolini betonte. 

Sie und ihr Mandant seien zufrieden mit dem Strafmaß, obwohl ihr Mandant stets bestritten hatte, die Sabotage verübt zu haben, so die Anwältin. Dass Stepney die Gefängnisstrafe wirklich antreten muss, darf aufgrund der italienischen Rechtspraxis allerdings bezweifelt werden.

Daten an Mercedes weitergegeben?
2007 war Ferrari-Datenmaterial bei McLaren-Mercedes aufgetaucht. Der britisch-deutsche Rennstall wurde daraufhin von der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft ausgeschlossen und zu einer Rekordgeldstrafe von 100 Millionen Dollar verurteilt. 

Stepney wurde vorgeworfen, dass er die betreffenden 780 Seiten an Ferrari-Unterlagen an McLarens Ex-Chefdesigner Mike Coughlan weitergegeben haben soll. Diesen Vorwurf bestritt Stepney stets. Die Scuderia Ferrari hatte den damaligen Chefmechaniker nach Bekanntwerden der Vorwürfe gefeuert.

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