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23.04.2014 - 20:46

Comebacker Franz: "Die 160 km/h stacheln mich auf"

17.01.2013, 17:00
Comebacker Franz: "Die 160 km/h stacheln mich auf" (Bild: EPA)
Foto: EPA
Selbst seinen Cheftrainer Mathias Berthold versetzte er in helles Erstaunen. Es ist erst eineinhalb Monate her, dass Max Franz nach dem schweren Sturz in Beaver Creek bewusstlos im Schnee lag. Trotzdem fuhr er schon im zweiten Training auf der längsten Abfahrt der Welt auf Platz fünf. Mit einer lockeren Fahrt. Und mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 157 km/h. Nach der Absage des letzten Trainings für den samstägigen Lauberhorn- Klassiker plauderte die "Krone" mit dem Mann, der nicht so recht zu akzeptieren scheint, dass es auch für ihn gewisse Grenzen gibt.

"Krone": Max, vor vier Jahren hast du dich bei deinem Monstersprung am Hundschopf schwer am Knie verletzt. Trotzdem bist du weitergefahren und hast die Europacup- Abfahrt sogar gewonnen. Wie ist so was möglich?
Max Franz: Es war so viel Adrenalin im Spiel, dass ich unter der Fahrt gar nicht viel gespürt habe. Erst im Ziel. Der Meniskus hatte sich von der Kapsel gelöst, und gehen konnte ich keinen einzigen Schritt mehr.

"Krone": Damals ist auch dein Spitzname "Wildsau", die seither dein Markenzeichen ist, entstanden – oder?
Franz: Stimmt, plötzlich haben mich alle so genannt und ich trage auch eine auf dem Helm. Aber es war ja auch wirklich so: Es gab für mich nichts, außer voll draufloszufahren. Ich habe mich rein gar nichts geschissen.

"Krone": Und jetzt? Sogar dein Cousin Werner Franz, der selbst lange im Weltcup fuhr, hat nach dem Sturz in Beaver Creek gemeint, dass du jetzt hoffentlich ein bissl gescheiter und vernünftiger wirst.
Franz: Ich habe das auch nur gelesen. Und so Sachen gehört wie: "Der Franz soll nicht so sinnlos riskieren." Dabei war das ja gar nicht der Grund für diesen Sturz.

"Krone": Wirklich zurückhaltend hast du hier in Wengen aber auch im zweiten Training nicht gewirkt.
Franz: Ich war im Ziel total überrascht. Weil ich dachte, dass ich eigentlich drei, vier Sekunden Rückstand haben müsste. Ich habe meine Fahrt dann genau auf Video studiert und muss sagen: Sie war zwar nicht schlecht, aber so gut auch wieder nicht.

"Krone": Jedenfalls wurde bei dir am Haneggschuss mit über 157 km/h die Höchstgeschwindigkeit gemessen. Bekommt man da gar keine Angst?
Franz: Nein, eigentlich spürt man gar nicht, wie schnell man ist. Weil die Strecke an dieser Stelle sehr ruhig ist. Außerdem ist der Stefan Thanai hier vor zwei, drei Jahren über 158 km/h gefahren. Das ist der Rekord. Aber ich gebe schon zu, dass die "Schallmauer" von 160 für mich sehr, sehr reizvoll wäre. Irgendwie stachelt mich die erst so richtig auf.

"Krone": Aber du wirst deshalb hoffentlich am Samstag nicht gleich bei deinem Renncomeback wieder Kopf und Kragen riskieren?
Franz: Es ist für mich noch nicht so, wie es vorher war. Mir gehen noch sehr viele Sachen durch den Kopf, das Gefühl ist manchmal irgendwie komisch. Ich werde deshalb auch erst in der Früh vor dem Rennen entscheiden, ob ich wirklich starte. Wenn's gar nicht passt, lasse ich es vielleicht. Wobei: Vorstellen kann ich mir das eigentlich nur schwer.

Peter Frauneder, Kronen Zeitung
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