Häuser abgedeckt

Schwere Schäden nach Stürmen und Unwettern in Tirol

Österreich
26.08.2012 15:21
Heftige Gewitter mit orkanartigen Sturmböen haben am Samstag in Tirol gewütet. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, mehrere Stromleitungen durch umgestürzte Bäume zerstört. Vorübergehend waren rund 36.000 Haushalte ohne Strom. Besonders betroffen waren die Bezirke Kitzbühel und Kufstein.

Im Stadtzentrum von Wörgl stürzte eine rund zwölf Meter hohe Fichte zunächst auf das Dach eines Gasthauses, ehe sie auf den Wagen einer 64-jährigen Kufsteinerin krachte. Die Frau wurde von der Feuerwehr aus dem total beschädigten Wrack geborgen und nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht. Bei Wörgl waren zudem Bäume auf die Inntalautobahn gestürzt.

Hotel und zahlreiche Wohnhäuser beschädigt
"Als ich die dunklen Wolken kommen sah, ging ich im Hotel nach oben und wollte alle Fenster schließen", berichtete Maria Sojer aus Ellmau. "Je höher ich kam, desto stärker wurde der Wind. Im dritten Stock brachte ich die Tür nur mit Gewalt auf." Wenig später ein Krachen, und Teile des Dachs flogen über die Köpfe der Hausgäste davon. Zudem wurden das Feuerwehr- und das Gemeindehaus sowie zahlreiche Wohnhäuser durch die Sturmböen beschädigt (Bilder). Verletzt wurde niemand.

In Angerberg stürzte ein Baum auf ein Hausdach und begrub anschließend den Pkw eines deutschen Ehepaares (beide 77) unter sich. Nach der Bergung durch die Einsatzkräfte wurden die beiden Insassen von einem Notarzt erstversorgt und ins Krankenhaus eingeliefert.

Gegen 18 Uhr ging in Seefeld im Bereich der "Rosshütten-Klamm" laut Polizei eine Mure ab, die einen Forstweg teilweise verschüttete. Im Gemeindegebiet von Eben am Achensee wurde im Bereich der Gramaialm die Zufahrtsstraße komplett vermurt und überschwemmt. Rund 100 Menschen waren vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Nach dem Abschluss der Aufräumarbeiten konnten die Gäste selbstständig den Heimweg antreten. Verletzt wurde niemand.

Feuerwehrzillen gekentert
Besonderes Pech nach den Unwettern hatten dann am Sonntag acht Feuerwehrmänner aus dem oberösterreichischen Kirchdorf am Inn: Sie wollten eine zehntägige Bootstour von Tirol nach Hause machen, doch statt den geplanten 282 Kilometern kamen sie nur 15 Kilometer weit. Denn die geübten Zillen-Fahrer hatten laut Polizei den hohen Wasserspiegel des Inn unterschätzt, als sie um 6 Uhr ihre Tour starteten. Sie wollten von Landeck bis nach Kirchdorf am Inn fahren. Doch schon vor dem Start hatte man ihnen wegen des Hochwassers geraten, nicht in Landeck zu beginnen.

So ließen sie ihre Boote in Haiming ins Wasser, in jeder der vier Zillen saßen zwei Männer (20 bis 55 Jahre). Nur 15 Kilometer weiter, bei Stams, gerieten die Boote in Schwierigkeiten, zwei von ihnen kenterten in der starken Strömung. Die schiffbrüchigen Feuerwehrleute konnten sich unverletzt ans Ufer retten. Tiroler Feuerwehrleute aus Rietz eilten den schiffbrüchigen Kameraden aus Oberösterreich zu Hilfe.

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