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30.10.2014 - 16:11

Die Eagles über alte Zeiten, Familien und Zukunftspläne

13.05.2013, 11:44
Die Eagles über alte Zeiten, Familien  und Zukunftspläne (Bild: Sepp Pail)
Foto: Sepp Pail
Die Eagles gehören zu den erfolgreichsten Rockbands der Musikgeschichte und haben mit "Hotel California" eine Hymne für die Ewigkeit geschrieben. Ihre 40- jährige Bandgeschichte haben sie nun im wuchtigen DVD- Paket "The History Of The Eagles" abgehandelt. Sänger Glenn Frey und Gitarrist Joe Walsh sprechen im "Krone"- Interview über die alten Zeiten, Wildwest- Romantik und Zukunftspläne.

"Krone": Wann habt ihr mit der Arbeit zur DVD "The History Of The Eagles" begonnen und wie seid ihr auf die Idee gekommen, dieses große Projekt in die Hand zu nehmen?
Glenn Frey: Wir haben vor etwa zwei Jahren mit der Arbeit begonnen. Wir wollten die Doku machen, solange noch jeder lebt und sich an alles erinnern kann. Unser 40- Jahre- Bandjubiläum war der perfekte Zeitpunkt dafür. Wir haben ohnehin schon lange damit gewartet und wollten nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen. Mit den Eagles ist es wie mit Astrologie. Wenn die Sterne richtig angeordnet sind, dann hast du den richtigen Zeitpunkt. Wir hatten das nie speziell forciert oder unter Kontrolle gehabt.
Joe Walsh: Wir haben in den all den Jahren wirklich sehr viel erreicht. Wir haben einfach mal nachgeschaut, was wir alles so angesammelt haben, und gemerkt, dass hier wirklich eine große Geschichte begraben lag. Da war Zeug dabei, das wir selber noch nie gesehen haben.
Frey: Wir haben schon immer alles zusammengesammelt und Gott sei Dank auch in den 70er- Jahren schon viel mitgefilmt. Wir hatten immer eine Filmcrew mit an Bord, auch bei unserer Reunion in den 90er- Jahren. Am Wichtigsten ist, dass die Fans sehen, wer die wirklichen Menschen hinter der Musik sind. Es hat jeder seinen eigenen Eindruck über die Eagles. Mach einer sagt, wir seien schon immer talentiert gewesen, andere denken bei uns an Drogen, Partys und Frauen. Das war für uns im Entstehungsprozess sehr wichtig. Erzählen zu können, was es wirklich heißt, wir zu sein. Wie wir an Wachstum und Reifung der Band gearbeitet haben.

"Krone": Ihr habt unter anderem brandneue Interviews mit ehemaligen Eagles- Mitgliedern auf der DVD. Da es intern immer wieder Probleme gab, dürfte es doch schwierig gewesen sein, alle in ein Boot zu bekommen?
Frey: Nicht wirklich, jeder wollte schließlich seinen eigenen Teil der Geschichte beitragen. Die Interviews mit unseren ehemaligen Mitgliedern Bernie Leadon oder Don Felder waren schon wichtig, schließlich waren sie auch ein Teil der Eagles. Als wir die Produzenten des Films engagierten, haben wir ihnen gesagt, sie sollen die Wahrheit finden. Genau das machen Dokumentarfilmer ja auch. Regisseur Alex Gibney hat mit Themen wie dem Energiekonzern Enron oder Guantanamo und dessen Foltermethoden auch schon wirklich dunkle Themen behandelt. Auch wir hatten eine gute Geschichte zu erzählen. Es geht nicht um uns als Einzelpersonen, sondern um eine Zeit in Südkalifornien, die es so nie mehr geben wird. Es geht darum, wie großartig es war, in der Post- Vietnam- Zeit von Los Angeles zu leben und auf der Überholspur zu sein. Es geht um Produzent David Geffen und um all die großartigen Musiker, die wir getroffen haben. Locations, in denen wir gespielt haben. Damals war alles so famliär, jeder hat jedem bei einem Album geholfen. Ich habe zum Beispiel Joe Walsh kennengelernt, als er gerade ein Album von Sänger Dan Fogelberg produzierte und es dann auch zu einem kurzen Gastbeitrag kam. Das war damals üblich. Es ist einfach eine tolle Geschichte um einen Haufen Jungs und was es bedeutete, zu dieser Zeit in Kalifornien ins Musikgeschäft einzusteigen.

"Krone": Wenn ihr zu diesen Zeiten zurückblickt, gibt es auch viele Dinge, die ihr bereut?
Walsh: Oh, eine ganze Menge (lacht).
Frey: Damals war eine Band noch eine Band. Wir spielten Konzerte, die mal besser und mal schlechter waren. Es gab noch keine Technik, die Fehler überdeckte. Die Musik war echt, ehrlich und unmittelbar, und genau das sieht und hört man auf der DVD. Ich würde sofort zum Eagles- Fan werden (lacht). Eine DVD behandelt das Konzert im Washingtoner Capital Centre im März 1977. Wir haben damals acht Songs gespielt und die ganze Band waren damals wir fünf Mitglieder. Fünf Jungs, die "Hotel California", "New Kid In Town" und andere Songs spielten. Als ich das jetzt wieder gesehen haben, war ich selbst beeindruckt, es hat mich umgehauen (lacht). Wir waren verdammt gut. Es war kurz die Überlegung, ob wir an dem Material etwas bearbeiten sollten, aber das kam nicht in Frage. Wir haben uns den Arsch abgespielt.

"Krone": Zu Beginn der 70er- Jahre war Kalifornien das Pop- Mekka. Ihr wart dabei eine der wenigen Bands, die auch eine Art von Wildwest- Mythologie oder -Romantik in den Sound integrierte. War der Einschlag in diese Richtung bewusst geplant?
Frey: Ich war immer schon ein großer Fan von Country- Rock und vor allem unsere ersten beiden Alben waren stark davon beeinflusst. Meine Vision der Eagles war immer, dass wir die größte amerikanische Band aller Zeiten werden wollten. Darauf habe ich gehofft. Wir haben dann die Country- Elemente behalten, aber im Laufe der Zeit wesentlich mehr Rock in unseren Sound gebaut. Das war nötig, um unser Ziel zu erreichen, in den ganz großen Hallen zu spielen. Wir haben dann auch schnell gemerkt, dass Don's (Henley – Sänger) Stimme perfekt dazu passt. Als dann 1976 auch noch Joe zur Band stieß, hatten wir wirklich eine mächtige Gitarren- Armee. Wir haben uns mehr auf Rock und Blues versteift, die Background- Vocals aber nie verworfen.
Walsh: Das war auch ein bisschen der Grund, dass Bernie Leadon damals die Band verließ und ich ihn ersetzt habe. Bernie war ein Country/Bluegrass- Purist. Er stand auf Akustikgitarren und Mandolinen. Die Band wollte sich nicht wirklich dorthin orientieren und das führte früher auch zu Konflikten.

"Krone": Ihr seid allesamt in euren Sechzigern, startet im Juli eine Welttournee und kommt damit 2014 auch nach Europa. Fordern eure Frauen und Kinder mittlerweile nicht mehr Zeit für das Privatleben?
Frey: Die sagen nur: "Schatz, bring das Geld nach Hause." (beide lachen)
Walsh: Wir müssen auf die Piste, um ruhig schlafen zu können (lacht).
Frey: Es geht. Wir checken alle unsere Terminpläne ab, bevor wir auf Tour gehen. Also sagen wir uns: "Okay, gehen wir im Juli auf Tour." Es gibt im Juli nichts, das du wirklich vermissen könntest. Aber wir arbeiten alle hart dafür, es ist keine Party mehr.
Walsh: Wir könnten das auch niemals ohne das Einverständnis unserer Familien machen.

"Krone": Nehmt ihr eure Familien auch auf Tour mit?
Frey: Manchmal schon. Wir suchen uns immer die hübschesten Plätze dafür aus. In New York haben unsere Familien sicher mehr Spaß als etwa in Dayton (lacht).

Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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