Das Herz des Österreichers schlägt für Holz. Vor allem bei den Brennstoffen steigt Holz in den letzten zwei Jahren unaufhaltsam in der Beliebtheit der Verbraucher. Nicht nur Preisargumente, sondern auch Unabhängigkeitsüberlegungen von Öl- und Erdgaslieferungen und nicht zuletzt Umweltschutzüberlegungen sprechen dafür.
Dazu kommt noch, dass heute eine breite Modellpalette an Holzheizungen zur Verfügung steht, die alle individuellen Ansprüche – von energietechnischen Rahmenbedingungen über persönliche Platzverhältnisse bis hin zu Design- Wünschen – bestens abdeckt.
Der Trend zum Holzheizen macht auch vor Wohnungstüren nicht mehr halt. Hier stehen vor allem die Kaminöfen hoch in der Gunst der Wohnungsbesitzer oder -mieter.
Kaminöfen gibt es heute in vielen verschiedenen Ausführungen und Preisklassen. Zwar gilt gemeinhin der Grundsatz "Je höher der Preis, desto besser die Qualität", doch bei schlechter Vorüberlegung oder Spontankäufen kann sich auch das teuerste Stück letztlich als wahrer Feuer- Flop erweisen.
Der erste Schritt am Weg zum privaten Flammenspiel für kalte Winterabende sollte jedenfalls zum Rauchfangkehrer führen. Bei einem Termin prüft er, ob ein Kamin- Anschluss problemlos möglich ist, welches technische Modell infrage kommt, welcher Standort ideal ist und ob eventuell zusätzliche Auflagen, die von Bundesland zu Bundesland verschieden sind, beachtet werden müssen. Auch Sonderaspekte für einen späteren problemlosen Betrieb, wie z.B. neue, dichte Fenster etc., werden mit ihm abgeklärt.
Tipp: In vielen Bundesländern, z.B. in Wien, müssen Mietwohnungen über einen funktionierenden Kamin verfügen. Die Kosten für eine allfällige Instandsetzung oder Reinigung trägt meist der Eigentümer und gehen nicht zulasten der Mieter!
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Frage der gewünschten Nutzung des Kamins. Z.B.: Soll der Kamin als ständige Heizunterstützung oder nur bei besonderen Gelegenheiten zum Einsatz kommen? Soll nur ein einzelner Raum oder mehrere Räume beheizt werden?
Und last but not least: Kaminöfen können mitunter ein beträchtliches Gewicht aufweisen. Statische Abklärungen, wie viel Gewicht der Boden der jeweiligen Wohnung bzw. des jeweiligen Raumes überhaupt tragen kann, sind unter Umständen unabdingbar.
In wie weit und in welchem Ausmaß eine tatsächliche und deutliche Senkung der Heizkosten durch den Einsatz eines Kaminofens erzielbar ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren, vor allem natürlich auch von der Modellauswahl, ab.
So ist die Wärmespeicherfähigkeit umso besser, je schwerer der Kaminofen ist. Kaminöfen, die mit einem Speckstein oder Keramik ummantelt sind, speichern die Wärme stundenlang und geben sie dann kontinuierlich wieder an den Raum ab. Günstigere Modelle sind lediglich mit gußeisernen Platten versehen.
Einig sind sich die Fachleute aber auch darin, dass die Heizkosten- Ersparnis wesentlich auch von der richtigen Platzierung des Kaminofens bestimmt wird.
Vorsicht Falle: Je heißer, desto besser, desto mehr Ersparnis? Scheint auf den ersten Blick einleuchtend, ist aber ganz falsch. Im Gegenteil: In den meisten Fällen reichen 2 - 4 KW Leistung völlig aus, um einen Raum zu heizen. Ist die Heizleistung eines Kaminofens zu hoch, hat man schon bald nicht nur das unangenehme Gefühl, in einer Sauna zu sitzen, auch werden die anderen, herkömmlich beheizten Räume als wesentlich kühler empfunden. Als Folge davon dreht man dann auch in diesen Räumen die Heizung höher - und am Ende der Heizperiode haben sich, trotz eines hochleistungssfähigen Kaminofens, die Heizkosten erst recht erhöht.