Kaum jemand, der heute noch auf seine Waschmaschine verzichten will. Es ist ja so bequem! Tatsache ist, dass heute so viel und so oft gewaschen wird wie nie zuvor. Und alles in allem kann das ganz schön ins Geld gehen. Teilweise unnötig – sagen die Experten, denn gerade beim „richtigen Wäschewaschen“ liegt eines der größten Sparpotentiale im privaten Haushalt versteckt. Bis zu ca. 47 Euro können monatlich im durchschnittlichen Haushalt durch einfaches Umdenken eingespart werden.
Die mit Abstand meiste Energie wird beim Maschinenwaschen für das Aufheizen der Waschlauge verbraucht. Im Auftrag eines Waschmittelherstellers hat das Öko- Institut in Freiburg untersucht, wie viel genau. Resultat: Wer die Temperatur von 60 auf 40 Grad reduziert, kann – je nach Alter der Waschmaschine – pro Waschgang rund 45 Prozent des Stroms einsparen. Und bei einem Wechsel von 40 auf 30 Grad sind es auch immerhin noch zwischen 30 und 40 Prozent.
Auch eine praktische Faustregel wird gleich mitgeliefert: Statt der bisher gewohnten Temperaturstufe ganz einfach die nächstniedrigere wählen. Das spart nicht nur komplizierte Überlegungen, sondern vor allem auch ca. 37 Prozent Strom. Und wer ganz „in“ sein will, schaltet nicht nur eben mal einen Gang runter, sondern wählt die von den Wissenschaftern mitgelieferte Bezeichnung für diese simple Technik – das „One- click- down- Szenario“.
Das Problem an der einleuchtenden Rechung liegt allerdings darin, dass viele Konsumentinnen schlicht verunsichert sind, ob die Wäsche bei niedrigen Waschtemperaturen auch wirklich hygienisch sauber wird. Reichen hier die propagierten 30 Grad tatsächlich aus?
Einschlägige Experten – wie z.B. das Forum „haushalt.aktiv“ – begründen den Trend zu niedrigen Waschtemperaturen mit dem geänderten Verbraucherverhalten der letzten Jahrzehnte. So ist etwa der Anteil der Kochwäsche deutlich zurückgegangen, während der Anteil der Buntwäsche und der von empfindlicheren Textilien, die sowieso nicht heißer als 40 Grad gewaschen werden sollen, gestiegen ist. Zusätzlich wird heute öfter gewaschen – im Schnitt wird ein Kleidungsstück ein- bis zweimal getragen – und auch ein gestiegenes Körperpflegebewusstsein sorgt für weniger verschmutzte Wäschestücke.
Niedrige Waschtemperaturen sind daher für leicht verschmutzte Oberbekleidung wie Blusen, Hemden, T- Shirts und Hosen sowie für empfindliche Textilien geeignet.
Im Übrigen kommt es bei der Reinigung der Wäsche in der Maschine nicht nur auf die Temperatur des Wassers an. Auch die Waschmittel, die Bewegung der Wäschestücke in der Trommel sowie die Dauer des Waschvorganges spielen eine Rolle.
Mittlerweile haben moderne Waschmittel ihre Rezepturen so verändert, dass sie schon bei niedrigen Temperaturen volle Waschwirkung zeigen. Verantwortlich dafür sind effektivere Bleichmittel bei Vollwaschmittel und spezielle Enzyme gegen Schmutz und Flecken. Relativ neu sind Waschmittel, die eine saubere Wäsche schon ab 20 Grad versprechen. Das große Aber an diesen Mitteln ist, dass sie eine vollständige Leistung nur dann erbringen können, wenn die Waschmaschinen auch über ein dementsprechendes Normalwaschprogramm verfügen, was nur die modernsten Modelle anbieten können.
Grenzen für das Energiesparen mit niedrigen Temperaturen gibt es allerdings auch. Und zwar immer dann, wenn Menschen mit Allergien, Hautkrankheiten oder geschwächtem Immunsystem im Haushalt leben. Hier sollte aus gesundheitlichen Gründen keinesfalls auf die gewohnte 60- Grad- Wäsche (oder sogar 95- Grad- Wäsche!) verzichtet werden.
Neben der Temperaturwahl kann beim Wäschewaschen auch durch andere Maßnahmen Geld gespart werden: