Kaum ein heimischer Haushalt, der ohne die Waschmaschine noch auskommt. In allen einschlägigen Umfragen führt sie mit Geschirrspüler und Kühlschrank die Hitlisten der unverzichtbaren Haushaltshelfer an. Auch das Energiespargewissen kann durch die Wahl niedriger Waschgänge beruhigt sein.
Laut haushalt.aktiv beherzigen bereits drei von vier Österreichern den Spar- Tipp „Runter mit der Waschtemperatur“. Und tatsächlich: Jeder Temperatursprung nach unten bedeutet ein Minus von etwa 40 % beim Energieverbrauch.
Dazu kommt noch, dass ein Großteil der modischen, insbesondere färbigen, Unterwäsche laut Pflegeetiketten meist sowieso nur bei 30 oder 40 Grad gewaschen werden darf. Aber wird bei diesen relativ niedrigen Temperaturen die Wäsche auch wirklich sauber? Nicht nur im optischen Sinn, sondern vor allem auch unter hygienischen Gesichtspunkten.
Dieser Frage ging das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung bereits vor etwas mehr als drei Jahren gründlich nach. Mit folgendem Ergebnis: Ob Mikroorganismen in der Waschmaschine überleben, hängt gleich von einer ganzen Menge von Faktoren, wie zum Beispiel von der Waschtemperatur, vom pH- Wert der Waschlauge, der Mechanik der Waschtrommel, dem Verschmutzungsgrad der Wäsche und vom verwendeten Bleichmittel ab.
Ganz allgemein kann gesagt werden, dass milde, bleichmittelfreie Waschmittel die Keimbelastung kaum reduzieren. Bei der Verwendung von bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel werden Bakterien dagegen schon im 30- Grad- Waschgang abgetötet.
Zu beachten ist allerdings aber auch, dass – selbst, wenn sich Bakterien bei niedrigen Temperaturen zunächst sogar noch vermehren können – die Gesamtkeimzahl durch die mechanische Beanspruchung der Textilien in der Maschine sowie durch die späteren Spülgänge wieder reduziert wird.
Putz- und Spültücher sollten, sicher ist sicher, am besten mit bleichmittelhaltigen Waschmitteln bei 60 Grad Celsius im Vollwaschgang gereinigt werden und nach dem Waschen gleich zum luftigen Trocknen aufgehängt werden.
Desinfizierende 90- Grad- Wäschen oder der Zusatz von Desinfektionsmitteln ist im Übrigen nur bei akuten übertragbaren Krankheiten sinnvoll oder wenn im Haushalt Menschen leben, deren Immunsystem geschwächt ist.
…dann sind dafür häufig Bakterien verantwortlich. Schuld daran sind aber in vielen Fällen nicht die Maschinen selbst, sondern einfach mangelnde Pflege und falsches Verhalten in der täglichen Haushaltspraxis: So wird die Wäsche manchmal bereits eingeräumt, wenn sie noch gar nicht richtig trocken ist oder in der Waschmaschine/ Wäsche haben sich hartnäckige Bakterien angesammelt, weil etwa die Maschine nicht sofort ausgeräumt wurde oder sich Restwasser bei geschlossener Maschinentüre angesammelt hat.
Aber alles kein Grund zur Panik, beruhigt etwa „die umweltberatung“. Denn, nicht alle Bakterien sind wirklich gefährlich und Viren und Keime in krankmachender Menge werden fast ausschließlich von kranken Menschen selbst übertragen.
Gänzlich keimfreies Waschen sei zwar praktisch unmöglich, aber Brutstätten für Keime können leicht eingedämmt werden. Christian Mokricky von „die umweltberatung“: „Wird bei niederen Temperaturen mit Pulver gewaschen, kann sich ein Film aus ungelöstem Waschmittel bilden. Das ist nicht nur hässlich, in diesem Film können sich auch Bakterien ablagern. Speziell für Niedrigtemperaturen geeignete Waschmittel bzw. hin und wieder eine 60- Grad- Wäsche schaffen Abhilfe.“