Kratziger Hals, trockenes Hüsteln und geschwollene Augen? Es muss nicht unbedingt eine Verkühlung oder Grippe sein, die da im Anflug ist. Schuld an diesen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann durchaus auch die Feinstaubbelastung sein. Denn immer mehr Studien belegen mittlerweile, wie ungesund Feinstaub ist. Ab wann eine Gefährdung eintritt und welche tatsächlichen Ausmaße sie annehmen kann, ist allerdings selbst unter den Wissenschaftlern und Experten umstritten.
Fakt ist jedoch: Feinstaub gilt heute als eines der größten Probleme der Luftreinhaltung. Daher gilt: je weniger Feinstaubbelastung desto besser und gesünder. Vor allem im Innenraumbereich kann jeder Einzelne einiges zu einer deutlichen Verringerung der Feinstaub- Belastung beitragen.
"Feinstaub" setzt sich aus Abermilliarden "unsichtbarer" Teilchen zusammen, die nur wenige Mikrometer groß sind. Das Heimtückische: Je kleiner die Teilchen sind, desto gefährlicher sind sie, da sie tief in die Atemwege vordringen und so über die Lungenbläschen ins Blut und verschiedene Organe gelangen können.
Das Feinstaubgemisch im Außenbereich stammt im Wesentlichen aus Kraftfahrzeugemissionen (inklusive Brems- , Gummi- und Straßenabrieb), Industrie- und Hausbrand, Streusplitt und Salzstreuung.
Wie auch in den vergangenen Wochen ersichtlich, konzentrieren sich meist die Diskussionen auf die Außenluft. Nicht ganz zu Recht: Denn unter Umständen kann die Feinstaubkonzentration in Innenräumen – gerade in den Wintermonaten – um ein Vielfaches höher sein als im Außenbereich. Allerdings: Gibt es für die Außenluft geregelte Grenzwerte, so fehlen derartige gesetzliche Regelungen für den Innenraum.
Unter den Gesundheits- und Umweltexperten gibt es widersprechende Meinungen darüber, ob die Belastung im Außen- oder Innenbereich als gefährlicher einzuschätzen ist. Fakt ist jedoch: Wir alle verbringen rund 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen – und da sollte die Innenraumluft so gesund und sauber wie nur irgend möglich sein.
Die Quellen für Feinstaub in geschlossenen Räumen sind vielfältig: Zum einen dringt Feinstaub von der Straße in Wohnungen und Büros, zum anderen gibt es in jedem Haushalt und Büro dann noch zusätzliche Feinstaubquellen.
Raucher – ohnedies zurzeit die abgestempelten schwarzen Schafe für Vieles – werden es nicht gerne hören, aber es ist nun einmal Tatsache: Tabakqualm führt zu einer signifikant deutlichen Erhöhung der Feinstaubbelastung in Innenräumen.
Aber auch Kochen, Braten, Staubsaugen und überhaupt das Aufhalten von Personen in Räumen gelten als weitere mögliche Feinstaub- Verursacher: Beim Erhitzen von Lebensmitteln, vor allem beim Braten mit Öl und Fett, gelangen Feinstaubpartikel in die Raumluft. Beim Kochen mit Gas kommen noch Feinstaubpartikel aus der Verbrennung des Gases dazu, und bewegen sich Menschen in einem Raum, werden Staubpartikel, die sich zwischenzeitlich auf Fußböden, Teppichen etc., abgesetzt haben, wieder aufgewirbelt.
Im Winter sorgen eine zu hohe Heiztemperatur (warme Luft wirbelt Staub auf) sowie veralterte Holzheizungen oder eine sorglose Brennstoffwahl für eine weitere Erhöhung der Feinstaubkonzentration in der Innenraumluft.
Als relativ neue Feinstaub- Quelle werden heute (eingeschaltete) Computer, Kopierer und Drucker angeführt.