Mo, 22. Jänner 2018

Selbst gerichtet

16.08.2007 18:08

Polizeigroßeinsatz nach Schuss im Spital

Tragischer Zwischenfall in der Wiener Rudolfsstiftung: Mit einer geladenen Pistole in der Hand irrte Donnerstagvormittag ein 54-jähriger Patient in Spitalskleidung durch das Krankenhaus. Die alarmierte Polizei fand kurz nach 10.30 Uhr die blutüberströmte Leiche.

Die Nachricht sprach sich im 800-Betten-Schwerpunkt-Krankenhaus in Wien-Landstraße am Donnerstag wie ein Lauffeuer herum: "Ein Patient streift durch die Gänge, fuchtelt mit einer Pistole und droht mit dem Umbringen", lautete die erste Schreckensmeldung. Die alarmierten Polizisten rückten mit fünf Einsatzautos an und durchkämmten mit Hausarbeitern die Spitalsburg.

Um 10.30 Uhr prallten die Beamten dann im Park, gleich hinter dem Hubschrauberlandeplatz, entsetzt zurück: In der Wiese lag ein blutüberströmter Körper, daneben die Waffe. Jede Hilfe kam zu spät.

Vernichtende Diagnose als Auslöser
Laut der Rekonstruktion der Spitalsleitung trieb "blankes Entsetzen" den Niederösterreicher zu seinem tragischen Entschluss. Der schwer erkrankte Rudolf M. war stationär aufgenommen. Es war ihm aber klargemacht worden, dass es für ihn keine Heilung mehr gab. Laut den Medizinern galt er als "austherapiert". Er verweigerte eine weitere Operation, griff sich um acht Uhr nach dem Angaben seines Bettnachbarn einen mitgebrachten Gegenstand aus der Nachtischlade und verschwand.

"Seine Frau, die bei uns arbeitet, fand später das leere Halfter, worauf wir die großangelegte Suchaktion starteten", so der zutiefst betroffene ärztliche Direktor Dr. Robert März.

Von Florian Hitz, Kronen Zeitung; Foto: Andi Schiel

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