Mo, 23. April 2018

"Lebensgefahr"

09.01.2018 15:37

Überfüllte Schülerbusse: Die Politik reagiert

Von Pontius zu Pilatus sind Eltern und Lehrer schon gelaufen, um eines zu erreichen: die Zahl der zulässigen Fahrgäste in Schülerbussen zu reduzieren. Nach jahrelangen Bemühungen kommt jetzt endlich Bewegung in die Sache: Am Dienstag gab der zuständige Ausschuss im Landtag grünes Licht zu einer Gesetzesänderung.

"Wer nur Graz-Linien-Busse mit breiten Gängen gewöhnt ist, der kann sich vermutlich nicht vorstellen, was es heißt, mit einem Überlandbus von Hitzendorf über den Luttengraben nach Rein zu kommen", sagt Renate Oswald, Direktorin des Reiner Stiftsgymnasiums. "Das bedeutet Lebensgefahr!"

Zumindest auf die aktuellen Zustände bei den Schülerfahrten bezogen: "Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Elternteil bei mir anruft um sich über die unzumutbaren Zustände zu beschweren. Entweder es wird eine Schultasche bei der Tür rausgequetscht oder es bleibt überhaupt gleich ein Kind draußen", erzählt Oswald. Die Pädagogin warnt seit Jahren: "Das Gesetz muss geändert werden, sonst passiert noch Schlimmeres!"

Keine Anschnallpflicht im Schülerbus
Da die Sicherheit der Kinder auch in vielen anderen steirischen Gemeinden längst nicht mehr gewährleistet werden kann, nimmt sich nun endlich auch die steirische Politik der Sache an: Nach Vorbild Wien und Niederösterreich möchten VP und SP die 1:1-Zählregel erreichen, sprich: "Dass nicht wie bisher drei Kinder auf zwei Plätzen erlaubt sind, sondern für jeden Fahrgast ein Sitz vorhanden sein muss", erklärt die obersteirische SP-Landtagsabgeordnete Gabriele Kolar.

Auch in ihrer Heimat weiß man ein Lied von der Problematik zu singen: "Was speziell den Erstklässlern auf der Fahrt von Obdach nach Judenburg zugemutet wird, ist ein Wahnsinn." Kolar spricht aber noch eine andere Sicherheitslücke an: "Bis dato herrscht keine Anschnallpflicht. Darüber sollte man vielleicht auch einmal nachdenken."

Barbara Winkler, Kronen Zeitung

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