Sa, 21. April 2018

Im "Kaser Mandl"

02.01.2018 09:04

Musikalische Schätze zum Bestaunen

In mühevoller Kleinarbeit hat die Familie Steindl in Tux im Zillertal das berühmte "Kaser Mandl", ein Hard Rock Cafe der Volks- und Schlagermusik, geschaffen - mit vielen Ausstellungsstücken von bedeutendem Wert.

Auf den ersten Blick sieht das "Kaser Mandl" aus wie eines von zahlreichen im Zillertal stehenden alten Bauernhäusern: Die Fassade ist in große, dunkle Holzbalken gehüllt, jede Menge Brennholz liegt fein geschlichtet in der Nähe des Eingangsbereichs und Utensilien wie etwa Fässer sind ums Haus herum verteilt.

Vom klassischen Hard Rock Cafe inspiriert

Erst auf dem zweiten Blick wird die Einzigartigkeit des Zillertaler Lokals ersichtlich. Sobald man über die Türschwelle tritt, stechen einem etliche Fotos, goldene Schallplatten, Plakate, Instrumente, Musikpreise sowie Autogrammkarten ins Auge - und zwar von (inter-)nationalen Musikern der Volksmusik- und Schlagermusikszene. "Das klassische Hard Rock Cafe inspirierte mich schon immer. Ich hab mir einige dieser Läden auf der Welt angesehen und dabei entstand die Idee, im Zillertal - dem Tal der Musik - ein Hard Rock Cafe der Volks- und Schlagermusik zu eröffnen", erklärt Inhaber Markus Steindl, der auch als "DJ Mox" bekannt ist.

Reisen durch Österreich

Gesagt war in diesem Fall aber noch lange nicht getan. Der 48-Jährige hat vor 14 Jahren mühselig mit dem Sammeln der Ausstellungsstücke begonnen. "Ich habe Interpreten und Plattenfirmen kontaktiert und bin sogar weite Wege gefahren. Bei den Stoakoglern in der Steiermark ergatterte ich genauso tolle Utensilien wie bei Markus Wohlfahrt von den Klostertalern in Vorarlberg und bei Norbert Rier von den Kastelruther Spatzen in Südtirol", schildert Steindl. Zurück kam er jedes Mal mit wahren Schätzen. Doch der für ihn bedeutendste Schatz sind die Stücke der Zillertaler Schürzenjäger. "An einer Wand hängt etwa die Ziehharmonika, mit der Alfred Eberharter bei den legendären Open Airs in Finkenberg gespielt hat", sagt Steindl.

Dreisten Dieb gestellt

Unter den Ausstellungsstücken befinden sich auch teure Einzelanfertigungen. Den genauen Wert der Sachen möchte der 48-Jährige aber nicht beziffern. "Wenn ich die Sammlung im Internet verkaufen würde, wäre finanziell mit Sicherheit einiges drin. Doch hier geht es einzig und allein um den ideellen Wert", stellt er klar. Immer wieder wollen faszinierte Gäste dem Zillertaler auch das eine oder andere Stück abkaufen. Da beißen sie allerdings - wenig verwunderlich - auf Granit. Einer von ihnen hatte daher unlängst versucht, eine große Schallplatte aus dem urigen Lokals zu schmuggeln. "Doch den dreisten Dieb habe ich auf frischer Tat ertappt", lacht Steindl.

Gut durchdachter Name

Die Einzigartigkeit der Musikanten-Alm spiegelt sich auch in der Namensgebung wider. "Die Figur des ’Kaser Mandls’ entstammt einer Sage nach aus Tux. Außerdem hatte unser Nachbar in den 70er-Jahren für die Sieger des Bergisel-Springens mehrere ’Kaser Mandln’ aus Holz geschnitzt. Dank dieser beiden Geschichten sind wir auf den Namen gekommen. Mein Vater hat die Figur dann sogar eigens für unser Logo gemalt", erklärt der Zillertaler stolz.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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