Mo, 11. Dezember 2017

Eklat in Florenz

03.12.2017 11:02

Deutsche Reichskriegsflagge in Carabinieri-Kaserne

Eine deutsche Reichskriegsflagge in einer Carabinieri-Kaserne in Florenz sorgt für Wirbel in Italien. Der Militärangehörige, der die Fahne in seinem Zimmer aufgehängt hatte, ist von der Militärstaatsanwaltschaft und der Justiz in Florenz angezeigt worden. Ihm droht eine schwere Strafe. Die im Deutschen Kaiserreich (1871-1918) verwendete Kriegsflagge gilt als Erkennungszeichen von Neonazis.

Ein Videoreporter hatte zufällig von der Straße aus die an einer Wand des Zimmers hängende Fahne gesehen, sie gefilmt und das Video auf der Website des lokalen Nachrichtenportals "Il Sito di Firenze" veröffentlicht. Das Video sorgte für Wirbel, eine interne Untersuchung wurde eingeleitet. Verteidigungsminister Roberta Pinotti zeigte sich empört und bat den Carabinieri-Generalkommandanten Tullio Del Sette um eine Erklärung und vorbildhafte Strafen.

"Ein Militär schwört der Republik seine Treue. Wer eine Reichskriegsflagge aushängt, ist nicht würdig, Mitglied der Carabinieri zu sein", sagte Pinotti. Die Carabinieri gehören zu den italienischen Streitkräften, sie haben aber vor allem auch polizeiliche Aufgaben.

Heftige Debatte über Aufflammen von Rechtsextremismus
In Italien ist derzeit eine heftige Debatte über ein Aufflammen von Rechtsextremismus im Gange. Ex-Premier Matteo Renzi hat zu einem entschlossenen Vorgehen gegen rechtsextremistische Gewalt aufgerufen, nachdem am Mittwoch vier Aktivisten der rechtsextremistischen Gruppe "Veneto Fronte Skinheads" von der Polizei in Como angezeigt wurden. Sie waren in einen Saal eingedrungen, wo sich Anhänger des Netzwerks "Como Senza Frontiere" versammelt hatten, das aus Pro-Migranten-Verbänden besteht.

Die Skinheads unterbrachen das Treffen und verlasen eine Presseerklärung mit heftiger Kritik am Umgang mit dem Flüchtlingsnotstand in der an die Schweiz grenzenden Stadt. Renzi sagte, es sei Pflicht aller Parteien, nicht nur der Linkskräfte, den Vorfall zu verurteilen.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden