Sa, 26. Mai 2018

Bio-Recycling

20.11.2017 10:55

Londoner Busse fahren mit Diesel aus Kaffeesatz

Ein Teil der berühmten roten Londoner Busse fährt seit Montag mit Biodiesel, der zu einem Teil aus Kaffeeöl besteht, das aus Kaffeesatz gewonnen wird. Davon gibt es in der britischen Hauptstadt genug. Jährlich werden dort 200.000 Tonnen Kaffeesatz produziert werden, der Großteil davon landet bislang ungenutzt auf Mülldeponien. Doch damit soll nun Schluss sein.

Shell, eines der weltweit größten Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen der Welt, hat sich mit dem kleinen englischen Biotechnologie-Unternehmen bio-bean zusammengetan, um aus dem anfallenden Kaffeesatz einen nachhaltigen Kraftstoff herzustellen und die Emissionen zu senken. Der B20 getaufte Bio-Diesel wird künftig von mehreren Bussen des öffentlichen Nahverkehrs in London getankt, ohne dass die Fahrzeuge dafür extra umgerüstet werden müssen.

"Es ist ein großartiges Beispiel dafür, was getan werden kann, wenn wir beginnen, Reststoffe als ungenutzte Ressource neu zu definieren. Wir haben in Großbritannien angefangen, aber stellen Sie sich das Potenzial eines Landes wie Deutschland vor, in dem mehr als 61 Milliarden Tassen Kaffee pro Jahr getrunken werden. Wenn wir unseren Umgang mit Reststoffen ändern, können wir in Zukunft nachhaltigere Städte schaffen", wird bio-bean-Gründer Arthur Kay in einer Aussendung zitiert.

Die 2013 gegründete Unternehmen bio-bean sammelt den Kaffeesatz von großen Ketten ein, trocknet ihn in seiner Wiederaufbereitungsanlage in Alconbury in der Grafschaft Cambridgeshire und extrahiert daraus jenes Kaffeeöl, das dem Diesel beigemischt wird. Die 40 Mitarbeiter der Firma stellen aus Kaffeeresten zudem Kafeebriketts (Bild unten) her, mit denen Öffen und offene Kamine befeuert werden können. Laut Angaben der Firma brennen die aus recycelten Kaffeesatz erzeugten Briketts sogar länger als Holz.

Das Recycling hat aber noch Luft nach oben: Derzeit kann bio-bean nämlich nur 50.000 Tonnen Kaffeesatz im Jahr verarbeiten - ein Viertel der allein in London anfallenden Menge.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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