Do, 24. Mai 2018

Nach Diebstahl

17.11.2017 11:20

Hausdurchsuchung: Keine Spur von Weltkarte

Wo ist sie hin? Gemeint ist jene historische Weltkarte von Johannes Kepler, die aus der Universitätsbibliothek Innsbruck gestohlen wurde. Wie berichtet, führt die Spur zu einem Deutschen. Bei ihm fand kürzlich eine Hausdurchsuchung statt. Gefunden wurde das Kunstwerk nicht. Die Ermittlungen gehen weiter.

Mit 30.000 Euro wird der Wert der Weltkarte angegeben. Sie war Anhang in den "Rudolfinischen Tafeln" von Johannes Kepler. Die sind das letzte großes Werk des berühmten Astronomen und Mathematikers (1571 - 1630), an das die 71 mal 43 Zentimeter große Karte als Faltbild beigefügt war.

Ende Juli wurde die Karte aus der Universitätsbibliothek in Innsbruck gestohlen. Die Spur führte zu einem deutschen Frühpensionisten. Er gab sich als Fachbesucher aus und ließ sich besagte Tafeln vorlegen. Nicht nur das spricht dafür, dass der Pensionist die Tat begangen hat. Der Verdächtige ist der Polizei kein Unbekannter. Ihm werden ähnliche Fälle in anderen Ländern zur Last gelegt. Die eindeutigen Beweismittel - sprich die Beute - fehlen.

Nicht die erste Hausdurchsuchung

"Es wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt", bestätigt der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Deutschland auf Anfrage der "Krone". Das Ergebnis ist ernüchternd: Die alte Weltkarte wurde nicht gefunden. Die Chancen auf einen Treffer waren aber ohnedies gering. Denn es war nicht die erste erfolglose Hausdurchsuchung bei diesem Mann. Der Frühpensionist steht im Verdacht, auch in anderen Ländern ähnliche Kunstdiebstähle begangen zu haben. Auch in diesen Fällen belasten die Indizien den Mann. Doch auch in diesen Fällen ist die Beute nicht mehr aufgetaucht.

"Es wird kaum möglich sein, solche historischen Weltkarten über den normalen Markt zu verkaufen", meint der Sprecher der deutschen Staatsanwaltschaft. Bleibt der Schwarzmarkt oder die Möglichkeit, dass der Täter die Karte für sich selbst gestohlen und gut versteckt hat. Es wird weiter ermittelt. Ob die bisherigen Indizien für eine Anklage reichen, ist noch unklar.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden