Fr, 24. November 2017

Neue Rezeptur

05.11.2017 14:00

Nutella jetzt mit mehr Zucker, aber weniger Kakao

Mehr Milchpulver und Zucker, dafür weniger Kakao und Fett: Ferrero hat dem bei Jung und Alt beliebten Frühstücksaufstrich Nutella eine neue Rezeptur verpasst. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat der Schokocreme ins Glas geschaut und die Unterschiede dargelegt.

Vielen Österreichern kommt beim Frühstück am liebsten Nutella aufs Brot. Doch seit Kurzem haben sich Aussehen und Geschmack der cremigen Frühstücksversuchung geändert, wie die Verbraucherzentrale Hamburg auf Facebook jetzt mitteilte. "Ferrero hat seit vielen Jahren zum ersten Mal erkennbar die Rezeptur von Nutella geändert", schreibt der Verein dort. Zum Vergleich stellt die Verbraucherzentrale zwei Produkte nebeneinander. Dabei fällt sofort auf, dass die Farbe der neuen Nutella-Variante deutlich heller ist.

Doch woran liegt's? Der Verein hat eine Vermutung: "Der Anteil an Magermilchpulver liegt laut Zutatenliste jetzt bei 8,7 Prozent. Vorher waren 7,5 Prozent drin." Daher gehe man davon aus, "dass mehr Milchpulver auf Kosten von Kakao ersetzt wurde". Einen Beleg dafür dürfte wohl auch die Tatsache liefern, dass Kakao auf der Zutatenliste weiter nach hinten gerutscht sei.

Mehr Zucker im Nutella
Die genaue Menge an Kakao müsse Ferrero allerdings nicht angeben, heißt es weiter. "Eine Anfrage diesbezüglich ist zudem unbeantwortet geblieben", schreibt die Verbraucherzentrale weiter. Auch den Anteil anderer Zutaten müsse der Konzern nicht ausweisen.

Aus der Nährwerttabelle wird jedenfalls deutlich, dass Nutella zumindest nicht gesünder geworden ist: Der Zuckergehalt ist demnach von 55,9 auf 56,3 Prozent angestiegen. Immerhin der Fettgehalt ist etwas gesunken - von 31,8 auf 30,9 Prozent. Das Fazit der Hamburger Verbraucherzentrale: Nutella ist und bleibt eine Zucker-Fett-Creme.

Nicht alle Nutella-Geschmäcker sind gleich
Allerdings gilt es zu bedenken: Stets gleich ist die Rezeptur des beliebten Frühstücksaufstrichs ohnehin nicht. In vielen Ländern Europas wird Nutella dem lokalen Geschmack angepasst. In Deutschland etwa mögen die Menschen mehr Kakao, in Südeuropa mögen die Kunden ihre Nutella lieber süßer und weicher.

Diese Unterschiede bei der Rezeptur sorgten zuletzt auch für Unmut, von einer "Nutella-Grenze" zwischen Ost und West war gar die Rede. Hintergrund: Die Länder Osteuropas fühlen sich als "EU-Bürger zweiter Klasse", weil ihnen internationale Konzerne, darunter auch Nutella-Produzent Ferrero, angeblich billigere oder minderwertige Produkte anbieten würden - dabei aber mit der gleichen Verpackung wie in Deutschland oder Österreich Markenqualität vortäuschen würden.

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