Sa, 18. November 2017

Kamera filmte mit

11.10.2017 08:26

Giftmord an Kims Halbbruder offenbar geprobt

Der Giftmord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist offenbar kurz zuvor geprobt worden. Im Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täterinnen - zwei Frauen aus Vietnam bzw. Indonesien - wurden am Mittwoch Aufnahmen einer Flughafen-Überwachungskamera gezeigt.

Darauf ist zu sehen, wie die Vietnamesin einer anderen Person mit beiden Händen eine Substanz ins Gesicht reibt und dann wegrennt. Die Aufnahmen stammen vom 11. Februar, zwei Tage vor der Tat.

Frauen glaubten an TV-Scherz
Die beiden Frauen im Alter von 25 und 29 Jahren stehen seit Anfang des Monats in Malaysia vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, Kim Jong Nam (45) auf dem Flughafen der Hauptstadt Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX ermordet zu haben. Beide plädierten auf nicht schuldig. Sie bestritten die Tat nicht, hatten das Ganze aber angeblich nur für einen TV-Scherz gehalten. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Die Tat wurde ebenfalls von Überwachungskameras gefilmt.

"Man konnte sehen, dass sie sich unwohl fühlte"
Vor Gericht sagte am Mittwoch auch ein Polizeibeamter aus, der die Vietnamesin nach der Tat beobachtet hatte. Demnach wollte die Frau schnell weg und war darum bemüht, keineswegs mit ihren Händen andere Teile des Körpers zu berühren. "Man konnte sehen, dass sie sich unwohl fühlte", sagte der Polizist Nazrul Izham. "Sie hielt ihre Hände weg. Es sah so aus, als ob sie ihren Körper oder die Kleidung nicht berühren wollte. Sie wollte so schnell wie möglich weg." Nach einem Besuch auf der Toilette habe sie sich dann ruhiger verhalten.

Nordkoreanische Geheimdienst hinter Tat vermutet
Vermutet wird, dass hinter dem Anschlag der nordkoreanische Geheimdienst steckt. Die Führung des kommunistischen Staates weist alle Vorwürfe zurück. Kim Jong Nam war der älteste Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il (1941-2011) aus einer früheren Ehe, der in Ungnade gefallen war. Die letzten Jahre hielt er sich außerhalb Nordkoreas auf. Mehrfach äußerte er sich kritisch über sein Heimatland. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden