Do, 24. Mai 2018

Tirol-Bilanz

05.08.2017 10:22

125 Straftaten pro Tag – Hälfte wird geklärt

Kaltblütige Morde, brutale Gewaltexzesse, Sex-Attacken, Einbrüche, Diebstähle, Betrügereien und Co. - die Liste der in Tirol begangenen Straftaten ist lang. Allein im heurigen ersten Halbjahr wurden hierzulande fast 22.600 Delikte verzeichnet. Positiv: Das sind um sechs Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 52 Prozent der angezeigten Fälle konnten geklärt werden.

Es geht zumindest in die richtige Richtung! Für alle Opfer von Kriminellen mag dies aber nur ein sehr schwacher Trost sein. Und auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist - gelinde ausgedrückt - schon einmal besser gewesen, sank zuletzt unter anderem aufgrund brutaler Gewalttaten regelrecht ins Bodenlose...

Spitzenreiter bei Aufklärung

22.589 an der Zahl - so viele Straftaten wurden im ersten Halbjahr hierzulande angezeigt. Das entspricht einem Minus von 5,7 Prozent. Positiv ist auch die Aufklärungsquote - mit 52 Prozent liegt Tirol im Bundesländerranking einmal mehr im Spitzenfeld. Zum Vergleich: 2008 konnten nur rund 43 Prozent der Kriminalfälle geklärt werden. "Wir haben viel in Präventionsarbeit investiert. Zudem haben wir uns in vielen Bereichen der Tatort- und Ermittlungsarbeit verbessert, etwa bei der Spurensicherung", glaubt LKA-Chef Walter Pupp das Erfolgsrezept zu kennen.

Eklatanter Rückgang bei den Einbrüchen

Die aktuelle Kriminalstatistik für Tirol im Detail:

  • Bei der Gewaltkriminalität (Mord, Körperverletzungen usw.) verzeichnete die heimische Polizei im ersten Halbjahr ein Minus von 2,1 Prozent. 1849 Anzeigen!
  • Den deutlichsten Rückgang gab es bei den Wohnungs- und Hauseinbrüchen mit minus 30 Prozent. 182 Delikte wurden gezählt, im Vorjahr waren es noch 260.
  • Hinsichtlich Wirtschaftskriminalität (u.a. Korruption) wurden 1912 Fälle zur Anzeige gebracht (- 7,4 %).
  • Weiter im Höhenflug ist hingegen die Internetkriminalität (siehe hier): 586 Anzeigen (+ 21,6 %).
  • Unterm Strich konnten in Tirol im ersten Halbjahr 13.360 Tatverdächtige ausgeforscht werden. 6288 davon (47,1 %) waren Ausländer. Brisant: 2009 betrug der Anteil der Kriminellen, die nicht im Besitz eines österreichischen Passes waren, noch 32,5 Prozent. Erneut führen die Deutschen (1714 Personen) das "Ausländer-Ranking" an. Es folgen die Länder Türkei (355), Holland (354), Marokko (340), Rumänien (294) sowie Italien (288). Bei 883 ausländischen Tatverdächtigen handelte es sich um Asylwerber (- 20,4 %).

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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