So, 17. Dezember 2017

Mann (35) angeklagt

13.06.2017 15:05

Tiroler Kraftsportler versorgte Szene mit Doping

Tiefe Einblicke in die Kraftsportszene gab ein Prozess am Dienstag am Innsbrucker Landesgericht: Ein 35-Jähriger saß auf der Anklagebank und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. "Doping? Das ist bei uns absolut üblich." Und auch nicht verboten - es sei denn, man gibt die Mittel weiter. Das tat der Kraftprotz.

Er selbst gehört zu den Spitzenathleten im Kraftsportbereich, und er macht keinen Hehl daraus, dass er "nachhalf". "Das ist absolut üblich, jeder macht das und es ist in vielen unserer Verbänden auch nicht verboten", sagte der 35-jährige Tiroler bei seinem Prozess gestern in Innsbruck aus. Die Einnahme von Dopingmitteln ist dann auch strafrechtlich nicht verboten, aber die Weitergabe. Und das tat der Kraftprotz. "Ich habe halt für Kollegen etwas mitbestellt, wollte dabei aber nie das große Geld machen", gestand er.

Aufgeflogen über deutschen Online-Händler

Aufgeflogen ist die ganze Angelegenheit über einen Online-Handel in Deutschland, wo auch die Bestimmungen strenger sind. Deutsche Beamte informierten Tiroler Kollegen, die dann mittels Telefonüberwachung und Hausdurchsuchung zuschlugen.

Der 35-Jährige wurde zu 12 Monaten Haft auf Bewährung und 1440 Euro Geldstrafe verurteilt. Noch viel härter trifft den Kraftsportler aber der Verfall des Umsatzes, den er mit den Dopingmitteln machte: Zusätzliche 20.000 Euro muss der Tiroler an den Staat abführen. Dafür wird er jede Menge Kraft brauchen - finanzieller Natur.

Stefan Ruef, Kronen Zeitung

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