Sa, 25. November 2017

Chaos in Melilla

09.05.2017 18:58

Flüchtlinge stürmen mit Enterhaken Grenzzaun

Rund 100 afrikanische Flüchtlinge haben am Dienstag die Grenzbefestigung um die spanische Exklave Melilla im Norden Marokkos überwunden. Etwa 300 Migranten aus Ländern südlich der Sahara beteiligten sich an der laut der spanischen Polizei vorbereiteten Aktion, bei der unter anderem nagelbestückte Schuhe als Enterhaken eingesetzt worden sein sollen. Erst Ende Februar hatten rund 700 Flüchtlinge die benachbarte spanische Exklave Ceuta gestürmt.

Bei dem Ansturm Dienstagfrüh wurden nach Angaben des spanischen Innenministeriums drei Polizisten verletzt. Die Migranten warfen demnach Steine und traten um sich. Laut dem Roten Kreuz erlitten drei Migranten Schnittwunden und Quetschungen. Mehrere Polizeifahrzeuge wurden beschädigt.

Grenzzaun mit NATO-Draht gesichert
Die zwölf Kilometer lange Grenze um die Exklave Melilla wird durch zwei sechs Meter hohe Zäune markiert. Die Migranten nutzen bei Erstürmungsaktionen oftmals Wurfhaken und Schuhe mit Nagelsohlen. Der Grenzzaun ist unter anderem mit rasiermesserscharfem NATO-Draht gesichert. Dennoch klettern immer wieder Menschen über die Absperrung, um so auf das Gebiet des EU-Landes Spanien zu gelangen. Ähnliche Szenen hatten sich zuletzt auch in der zweiten Enklave, Ceuta, abgespielt. Dort stürmten im Jänner mehr als 1000 Afrikaner die Anlage, doch laut Polizei erreichten nur zwei davon spanischen Boden.

Spanien will Aufnahmekapazitäten für Flüchtlinge erhöhen
Flüchtlinge aus Afrika versuchen immer wieder, über die spanischen Exklaven an der Mittelmeerküste EU-Boden zu erreichen. Die beiden Exklaven haben die einzigen EU-Außengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Erreichen die Migranten das direkt an der Straße von Gibraltar gelegene Ceuta, trennen die Einwanderer nur noch knapp 30 Kilometer Meer vom spanischen Festland. Von Melilla aus sind es etwa 180 Kilometer. Die Grenzanlage in Ceuta ist acht Kilometer lang. Im März kündigte die Regierung in Madrid an, sie wolle die Aufnahmekapazität für Flüchtlinge in Ceuta und Melilla von 4500 auf 8500 Plätze erhöhen.

Migranten wollen erst auf europäischem Festland Asyl beantragen
Asyl wollen die meisten Migranten erst beantragen, wenn sie auf dem europäischen Festland angekommen sind. "Sie haben Angst, schon in Ceuta oder Melilla um Asyl zu bitten, weil sie befürchten, dann noch länger im örtlichen Erstaufnahmezentrum CETI bleiben zu müssen, um die Antwort abzuwarten", erklärte Ana Gomez, die Sprecherin von Amnesty International in Spanien, am Dienstag. Eine Ausnahme bildeten Syrer: Sie würden als Kriegsflüchtlinge sowieso schon nach kurzer Zeit nach Spanien gebracht werden und deshalb gleich einen Asylantrag stellen.

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Redaktion
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