Fr, 24. November 2017

Antrag genehmigt

21.10.2016 09:29

Drogenboss „El Chapo“ wird an USA ausgeliefert

Ein mexikanisches Gericht hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquin Guzman alias "El Chapo" an die USA genehmigt. Ein Richter in Mexiko-Stadt habe den Einspruch des inhaftierten Chefs des Sinaloa-Kartells zurückgewiesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Das mexikanische Außenministerium hatte einer Auslieferung des Drogenbosses ins Nachbarland im Mai zugestimmt, Guzman legte dagegen Widerspruch ein. Seine Anwälte fochten die nunmehrige Entscheidung des Gerichts noch am Donnerstag an, blitzten damit allerdings umgehend ab. Guzmans Verteidiger hatten angekündigt, notfalls bis vor das Oberste Gericht zu ziehen.

Die Regierung strebt eine Auslieferung des Drogenbosses Anfang kommenden Jahres an. Die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Kalifornien werfen "El Chapo" Mord und Drogenhandel vor und wollen ihn deshalb vor Gericht stellen.

Filmreife Flucht im Juli 2015
Derzeit sitzt "El Chapo" in einem Gefängnis in Ciudad Juarez an der Grenze zu den USA ein. Er war nach einem Gefängnisausbruch und 13 Jahren auf der Flucht im Februar 2014 gefasst und ins Hochsicherheitsgefängnis Altiplano nahe Mexiko-Stadt gesperrt worden - und entkam im Juli 2015 in einer filmreifen Aktion durch einen Tunnel. Im Jänner dieses Jahres wurde er in seinem Heimat-Bundesstaat Sinaloa erneut festgenommen und inhaftiert.

Sinneswandel bei Mexikos Staatspräsident
Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt. Staatspräsident Enrique Pena Nieto erklärte stets, dass "El Chapo" von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle. Die erneute Flucht des Drogenbosses im vergangenen Jahr, für die dieser auch Helfer in den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt haben muss, führte aber offensichtlich zum Sinneswandel.

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