Sa, 18. November 2017

1 Urteil im Zweifel

01.09.2016 13:40

WKR-Ball 2014: Freisprüche für Gegendemonstranten

Mit zwei Freisprüchen ist am Donnerstag in Wien ein Prozess gegen zwei Männer im Alter von 29 und 30 Jahren zu Ende gegangen, die beim Akademikerball im Jänner 2014 mutmaßlich als Teil des sogenannten Schwarzen Blocks gezielt auf Gewalt und Sachbeschädigungen ausgewesen sein sollen. Eines der Urteile erfolgte im Zweifel - zumal der betreffende Angeklagte zugab, Steine in Richtung der Polizei geworfen zu haben. Die Entscheidungen sind nicht rechtskräftig.

Den Angeklagten wurde seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, einem "Personenzug von mindestens 100 Menschen" angehört zu haben, der bereits im Vorfeld gezielt Gewalttätigkeiten im Zuge der Demo plante. Später wurden vor der Polizeiinspektion Am Hof Einsatzkräfte mit Steinen beworfen, die Eingangstür wurde mit einer Eisenstange zertrümmert, ein Dienstfahrzeug der Polizei völlig zerstört. An Letzterem sollen sich die Angeklagten - einer davon ist deutscher Staatsbürger - beteiligt haben. Beide Beschuldigten bekannten sich in dem späten Prozess "nicht schuldig".

Im Fall eines deutschen Softwareentwicklers, der aus seiner Heimat zur Demo angereist war, fällte das Gericht einen glatten Freispruch. "Schon beim Lesen des Akts war klar, wohin die Reise gehen wird", stellte die vorsitzende Richterin Elisabeth Reich fest. Der Mann könne "in keinster Weise" dem "Schwarzen Block" zugerechnet werden.

Der Zweitangeklagte - ein aus Wien stammenden Historiker - wurde demgegenüber in beiden Anklagepunkten im Zweifel freigesprochen. Im Unterschied zum Deutschen war er vermummt aufgetreten und hatte zugegeben, Steine in Richtung der Polizei geworfen zu haben. Die Anklage gab vorerst keine Erklärung ab.

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