Mi, 13. Dezember 2017

Staatsdoping

23.08.2016 17:32

Paralympics: CAS bestätigt Ausschluss Russlands

Die russischen Sportler dürfen nicht an den Paralympics in Rio de Janeiro teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte am Dienstag den vom Internationalen Paralympics Komitee (IPC) beschlossenen Komplett-Ausschluss der russischen Athleten in der Affäre um mutmaßliches Staatsdoping.

Der CAS begründete am Dienstag in Rio de Janeiro seine Entscheidung damit, dass das IPC nicht gegen seine Regeln verstoßen habe. Zudem sei die Entscheidung angesichts der Umstände verhältnismäßig, hieß es in einer Mitteilung. Das Russische Paralympische Komitee (RPC) habe keine Beweise vorlegen können, die die Faktenlage verändern würden. Im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte das IPC am 7. August das RPC wegen seiner Verwicklungen in das staatlich gelenkte Doping-System suspendiert.

Damit hatten automatisch alle russischen Sportler ein Startverbot bei paralympischen Wettkämpfen erhalten. Das RPC legte gegen die Aussetzung seiner IPC-Mitgliedschaft Einspruch ein, scheiterte damit aber. Das IPC hatte für seine Kollektivstrafe weitere Informationen des kanadischen Juristen Richard McLaren, der die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zum vermeintlichen Staatsdoping geleitet hatte, als Grundlage genommen. Das IOC hatte Ende Juli auf einen historischen Komplett-Ausschluss Russlands verzichtet. Dadurch konnten mehr als 270 von 389 russischen Athleten bei Olympia starten.

Mutko: "Entscheidung ungesetzlich"
Russlands Sportminister Witali Mutko bezeichnete den Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics als "ungesetzlich und politisch motiviert". Das meldete die russische Nachrichtenagentur TASS. Zur Anhörung vor dem CAS am Montag waren unter anderen Russlands NPC-Präsident Wladimir Ljukin und dessen Vize Pawel Roschkow nach Rio gereist. Zudem gehörten Sportjuristen zur Abordnung.

IPC-Chef Philip Craven nannte den McLaren-Report "einen der dunkelsten Momente des Sports". Russland sei "nicht in der Lage, dem Anti-Doping-Code des IPC und dem Anti-Doping-Programm der WADA zu entsprechen". Das IPC hatte von McLaren die Namen von 35 Sportlern erhalten, die in Verbindung mit verschwundenen positiven Dopingproben aus dem Moskauer Kontrolllabor stehen sollen. Zudem schickte der Dachverband 19 Dopingproben von den Winter-Paralympics 2014 in Sotschi zur Nachkontrolle. Sie stehen im Verdacht, ausgetauscht worden zu sein.

Medwedew: Ausschluss "ein Schlag für alle Behinderten"
Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew verurteilte den Ausschluss der russischen Mannschaft als "zynisch". "Das ist ein Schlag für alle Behinderten, nicht nur gegen die russischen", sagte er in Moskau. Im Doping-Skandal warf Medwedew den internationalen Sportorganisationen Doppelmoral vor. Das Vorgehen gegen den russischen Sport bezeichnete er als "widerlichen Cocktail, bestehend aus 80 Prozent Politik und 20 Prozent Doping", schrieb er auf Facebook. Die Vorwürfe systematischen Staatsdopings wies Medwedew entschieden als absurd zurück.

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