Mo, 20. November 2017

Mit Messer bewaffnet

14.08.2016 08:34

Schweiz: Mann zündet Zug an - sieben Verletzte

Ein 27-jähriger Schweizer hat am Samstag im Kanton St. Gallen in einem fahrenden Zug einen Waggon mit brennbarer Flüssigkeit in Brand gesteckt und ist mit einem Messer auf Fahrgäste losgegangen. Dabei verletzte er sechs Menschen, laut Polizei schwebt mindestens eines seiner Opfer in Lebensgefahr. Auch der Täter selbst wurde bei dem Amoklauf lebensgefährlich verletzt. Anzeichen für ein terroristisches oder politisches Motiv gibt es bisher nicht.

Die Attacke ereignete sich laut Polizeiangaben gegen 14.20 Uhr kurz vor dem Bahnhof Salez auf der Strecke zwischen Buchs und Sennwald. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich Dutzende Fahrgäste in dem Zug befunden. Nachdem der Rauchmelder losgegangen war, brachte der Lokführer den Zug am nächsten Bahnhof zum Stehen. "Das war ein guter Entscheid des Lokführers", sagte Polizeisprecher Bruno Metzger. Die Rettungskräfte hätten so ungehindert zu den Opfern gelangen können.

Ein Mann, der auf dem Bahnsteig stand, als der Zug im Bahnhof Salez einfuhr, eilte zur Hilfe und zog den brennenden Täter, der schwer verletzt wurde, aus dem Zug, bestätigte der Polizeisprecher verschiedene Medienberichte. Der Helfer erlitt dabei eine Rauchgasvergiftung.

Polizeisprecher Hanspeter Krüsi wies erste Berichte zurück, wonach der Täter eine Frau gezielt mit Brennflüssigkeit übergossen und danach auf sie eingestochen haben soll. Der Angriff habe sich gegen keine konkrete Person gerichtet, sagte er. Es sei noch unklar, ob der 27-Jährige eines oder mehrere seiner Opfer gekannt habe.

Wohnung des Angreifers von Polizei durchsucht
Über das Motiv des Täters tappt die Polizei weiter im Dunkeln. Sie geht aber von der Tat eines Einzelnen aus. Aufgrund der Aufnahmen der Videoüberwachung im Zug geht die Polizei im Moment von einem Einzeltäter aus. Anzeichen für ein terroristisches oder politisches Motiv gebe es bisher nicht, heißt es. Am Samstagabend durchsuchte die Polizei die in einem der Nachbarkantone gelegene Wohnung des Angreifers. Dieser hat demnach keinen Migrationshintergrund.

Verletzte in Spezialkliniken geflogen
Unter den Opfern des Mannes waren laut Polizeiangaben ein sechsjähriges Kind, zwei Männer im Alter von 17 und 50 Jahren und drei Frauen im Alter von 17, 34 und 43 Jahren. Sie wurden mit Verbrennungen und Stichwunden in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert. "Mehrere Verletzte mussten mit zum Teil schweren Brandverletzungen in Spezialkliniken geflogen werden", sagte ein Polizeisprecher. Der Täter und eine weitere Person befänden sich in kritischem Zustand.

Über die Hintergründe der Tat können noch keine Aussagen gemacht werden, da der 27-Jährige laut Polizei noch nicht befragt werden konnte. Als Motiv könnten aber Beziehungsprobleme nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der deutschen "Welt".

Erinnerungen an Messerattacke von Würzburg
Die Tat erinnert fatal an die Messerattacke von Würzburg Mitte Juli. Dabei hatte ein 17-jähriger Attentäter in einem Regionalzug mit einer Axt und einem Messer fünf Menschen schwer verletzt. In einem Video bekannte er sich zur Terrormiliz Islamischer Staat. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei erschoss den Jugendlichen kurz nach der Tat.

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