Mi, 22. November 2017

Tobender erschossen

18.07.2016 16:58

Wiener zu Nachbarn: „Ich werde euch alle töten“

"Ihr seid alle Mörder, ich werde euch alle töten" - schon vier Stunden vor den tödlichen Schüssen in einem Stiegenhaus in Wien-Ottakring brüllte das spätere Opfer die umliegenden Bewohner aus dem Schlaf. Auch der berüchtigte Ruf "Allahu Akbar" sei zu hören gewesen. Über das Motiv des offenbar lebensmüden, aber nicht islamistischen Randalierers kann auch die Witwe nur spekulieren.

Bereits Stunden vor dem blutigen Polizeieinsatz hatte Lkw-Fahrer Ismail S. rund um den Wiener Bau für Aufsehen gesorgt. Eine Anrainerin: "Er stand auf der Straße und schrie herum 'Ihr seid alle Mörder, ich werde euch alle töten'. Und auch Nachbar Alfred hörte den Tobenden: "Das Geschreie davor hab ich noch versucht zu ignorieren - aber wie ich dann 'Allahu Akbar' gehört habe, konnte ich kein Auge mehr zu machen."

Als die alarmierte Polizei kurz nach 2 Uhr eintraf, fehlte vom Unruhestifter aber jede Spur. Rund vier Stunden später wurde die Exekutive dann erneut alarmiert. Laut Polizeisprecher Patrick Maierhofer befanden sich die vier Polizisten gerade im Halbstock zwischen der zweiten und dritten Etage, als sie die halb offene Wohnungstür im dritten Stockwerk bemerkten.

Warnschuss ohne Wirkung
Der Mann stürmte laut Polizei mit zwei etwa 20 Zentimeter langen Fleischmessern in den Händen aus der Wohnung und in Richtung der Polizisten. Die Beamten forderten den Mann mehrmals auf, die Waffen fallen zu lassen. Der Tobende habe gebrüllt und sei nicht zurückgewichen. Auch nach einem Warnschuss habe sich der 37- Jährige weiter auf die Polizisten zubewegt. Zwischen Täter und Beamten habe nur noch eine "sehr geringe Distanz" bestanden, sagte Maierhofer. Die Polizisten schossen, der 37- Jährige starb noch an Ort und Stelle.

Polizist mit Schussverletzung
Bei dem Einsatz hat ein Polizist eine Schussverletzung am Oberschenkel davongetragen. "Ob es sich um einen Querschläger oder einen direkte Schuss handelt, wissen wir noch nicht, da die Erhebungen noch nicht abgeschlossen sind", sagte Maierhofer. Das werde sich erst im Laufe der Woche zeigen. Der Polizist wurde am Sonntag operiert und befand sich noch im Krankenhaus.

Diverse private Probleme
Wie viele der Einsatzkräfte geschossen haben und wie viele Schüsse gefallen sind, wird noch ermittelt. Die 30 Jahre alte Ehefrau wurde mittlerweile einvernommen. Laut ihr und dem Umfeld des Verstorbenen gab es diverse private Probleme. Die Ehefrau sagte, der Mann sei an dem Tag in Rage und sehr aggressiv gewesen. Er habe in der Wohnung randaliert, Matratzen aufgeschlitzt und Mobiliar beschädigt, sie habe Angst gehabt. Als mögliches Motiv für den gewalttätigen Ausbruch und den Angriff auf die Polizisten vermutete sie, dass die Probleme am Sonntag alle zusammengekommen seien.

Ob der Beschuldigte alkoholisiert war oder unter Drogen stand, konnte die Polizei noch nicht sagen. Laut Aussagen der Ehefrau hatte er jedoch generell weder viel Alkohol getrunken, noch Suchtmittel konsumiert. Der Postangestellte hatte keine Vorstrafen und war der Polizei nicht bekannt.

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