Fr, 24. November 2017

Regeln aufgestellt

24.05.2016 08:01

Wenn Forschungsdrohnen auf die Tierwelt treffen

Wissenschaftler beobachten Tiere immer häufiger mit Hilfe von Drohnen. Da es bisher wenige Erkenntnisse darüber gibt, wie sehr diese Flugkörper etwa Vögel, Elefanten oder Robben stören, mahnen australische Forscher zur Vorsicht. Jarrod Hodgson und Lian Pin Koh von der Universität in Adelaide haben deshalb Regeln aufgestellt, die sie im Fachjournal "Current Biology" präsentieren.

Drohnen haben sich in der Forschung schnell verbreitet, weil sie mehrere Vorteile bieten: Sie ersetzen beispielsweise Hubschrauber oder Flugzeuge, mit denen Brutkolonien von Vögeln oder Populationen anderer Tiere gezählt wurden. Der Aufwand verringert sich dadurch erheblich. "Drohnen können systematische Daten mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung erzeugen", schreiben Hodgson und Koh. Außerdem stellen diese Fluggeräte in der Regel einen geringeren Eingriff in die Natur dar als eine direkte Beobachtung durch den Menschen.

Drohnen können Tiere in Stress versetzen
Dennoch könne ein Fluggerät bei Tieren Stress verursachen, selbst wenn es ihnen nicht anzumerken sei, betont Hodgson. "Beispielsweise könnte sich ein Vogel entscheiden, in der Nähe einer Drohne zu bleiben, obwohl er gestresst ist, weil er ein Ei ausbrütet oder sein Junges schützt." Der Forscher hebt hervor, dass die aufgestellten Regeln nicht gegen die Nutzung von Drohnen gerichtet seien: "Nach unserer Erfahrung will die überwiegende Mehrheit der Drohnennutzer, sowohl Biologen als auch Hobbypiloten, keine Tiere stören und hört auf den Rat von Experten." Allerdings sei den Drohnenpiloten nicht immer bewusst, was die Tiere stören könnte.

Vorschriften ähnlich wie bei Labortieren
Hodgson und Koh fordern neben allgemeiner Vorsicht die Anwendung ethischer Vorschriften, wie sie auch bei Labortieren gelten. Für jede einzelne Forschungsaufgabe sollte eine geeignete Drohne ausgewählt werden. Die Einhaltung gesetzlicher Regelungen wird ebenso angemahnt wie die regelmäßige Wartung des Fluggeräts und wiederkehrendes Training der Nutzer. Bei erkennbarer Störung der Wildtiere sollten Drohneneinsätze abgebrochen werden. Schließlich verlangen die Autoren, dass Wissenschafter die Drohnenflüge so detailliert wie möglich in den Fachartikeln dokumentieren.

Wirkung der Drohnen soll erforscht werden
Die australischen Biologen befürworten eine verstärkte Forschung, ob und wie welche Art von Drohnen welche Tiere stören. Vor einem Jahr kam eine französische Studie zum Ergebnis, dass Stockenten, Flamingos und Grünschenkel gelassen bleiben, wenn sich ihnen Quadrokopter auf bis zu vier Meter nähern. Nur wenn die Fluggeräte direkt über ihren Köpfen schwebten, bewegten die Tiere ihren Kopf oder ihr Gefieder oder flohen.

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