Fr, 15. Dezember 2017

Gemetzel in Libyen

28.04.2016 10:47

Streit zwischen Schleppern und Migranten: 19 Tote

Als Vergeltung für die Tötung von drei Schleppern haben deren Angehörige 16 ägyptische Migranten in Libyen getötet. Vorausgegangen sei ein Streit in der nördlichen Stadt Bani Walid zwischen den illegal Eingereisten und den libyschen Menschenschmugglern um deren Bezahlung, sagte ein Mitglied des Stadtrates, Abdulsalam Ajaj, am Donnerstag.

Bei der Auseinandersetzung hätten die Ägypter die Schlepper umgebracht. Nachdem die Polizei die Migranten später aufgegriffen und in Gewahrsam genommen habe, hätten Angehörige der getöteten Libyer das Gebäude gestürmt und 16 von ihnen getötet, berichtete Ajaj.

Der UN-Vermittler für Libyen, Martin Kobler verurteilte die Gewalt. Der Vorfall müsse untersucht und weitere Gewalt verhindert werden. Das ägyptische Außenministerium teilte mit, es untersuche Berichte über "zwölf bis 16 Staatsangehörige", die im Nachbarland getötet worden seien. Es habe einen Konflikt zwischen den Ägyptern und den Schmugglern gegeben, die genauen Umstände seien aber noch unklar.

Dschihadisten und Menschenhändler nutzen Machtvakuum
Libyen ist nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gadafi 2011 im Chaos versunken. Eine neue von den Vereinten Nationen vermittelte Einheitsregierung hatte zuletzt ihre Amtsgeschäfte in Tripolis aufgenommen. Sie soll zwei rivalisierende Regierungen in dem Land ersetzen. Das noch immer bestehende Machtvakuum, das auch in Bani Walid herrscht, haben sich neben Dschihadisten auch Menschenhändler zunutze gemacht. Sie schleusen Flüchtlinge und Migranten, die auf der Suche nach Arbeit sind, ins Land und teils weiter nach Europa.

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