So, 19. November 2017

„Krone“-Interview

14.03.2016 17:00

Wolff: „Es knistert zwischen Hamilton und Rosberg“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht in der "Krone" über Glaubwürdigkeit, Geigen und Giganten. Auch heuer erwartet der Österreicher ein extrem heißes Duell zwischen seinen Piloten Nico Rosberg und Weltmeister Lewis Hamilton.

"Krone": Alle vier möglichen Titel in den letzten beiden Jahren gewonnen. Wie schwer ist es da, die ganze Truppe neu zu motivieren?
Toto Wolff: Bei 1300 Mitarbeitern ist das Teil meiner Rolle. Ich muss alle so pushen, dass sie die Herausforderung annehmen, heuer noch härter zu arbeiten, damit Mercedes an der Spitze bleibt.

"Krone": Die Testfahrten haben erkennen lassen, dass der "Stern" weiterstrahlt...
Wolff: Na ja, bei der Haltbarkeit haben wir uns vielleicht sogar ein wenig übertroffen. Trotzdem ist das keine Garantie, dass wir Ferrari schlagen, weil wir ja auch keine Kenntnisse haben, wie scharf der Motor der einzelnen Teams eingestellt war oder wie viel Sprit in die jeweiligen Tanks gefüllt wurde.

"Krone": Mercedes ist der Favorit für Melbourne...
Wolff: Wir konnten viele Kilometer absolvieren, haben daher auch sehr viele Daten gewonnen, um das Auto weiterzuentwickeln. Das kann freilich ein kleiner Vorteil sein.

"Krone": Was hält man bei Mercedes vom neuen Qualifying?
Wolff: Ich weiß nicht, ob das unsere größte Baustelle ist. Es kann spannend werden, aber: Der Pilot muss in Q3 gleich mit den neuen Reifen raus, um nicht als Letzter auszuscheiden. Das heißt aber auch, dass womöglich in den letzten acht Minuten überhaupt kein Auto mehr auf der Strecke sein wird. Warten wir einmal ab.

"Krone": Da klingt ein bisschen Ärger durch - oder?
Wolff: Die Formel 1 ist eine sehr tolle Präsentations-Plattform. Aber wir müssen auch glaubwürdig sein und nicht dauernd die Regeln ändern. Im Fußball wird ja die Größe des Spielfelds auch nicht jedes Jahr verändert.

"Krone": Die Fans warten gespannt auf das Gigantenduell der Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Wie brutal wird’s heuer?
Wolff: Klar ist der Himmel über den beiden nicht voller Geigen. Man sieht jetzt schon, dass es richtig knistert. Das ist nicht wie im Fußball, wo elf Spieler gemeinsam gewinnen und jubeln. Der eine will den anderen besiegen - im gleichen Auto. Und das wird heuer sehr interessant, auch weil sie selbst entscheiden können, wann sie den Motor mehr aufdrehen. Zudem wurde ja der Boxenfunk drastisch reduziert. Die beiden sind sich in den letzten Jahren nichts schuldig geblieben und werden das auch heuer bestätigen. Aber: Der Kampf darf nie zum Schaden von Mercedes sein.

"Krone": Toto Wolff tippt auf einen Weltmeister...
Wolff: Natürlich wollen wir die Meisterschaften wieder gewinnen, aber mit Hamilton, Rosberg, Vettel und Räikkönen haben wir vier Piloten im Favoritenkreis.

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