Mo, 18. Dezember 2017

Doping

19.02.2016 16:34

Ex-Langlauf-Star Wurm: "Ja, ich habe es getan!"

Im Innsbrucker Landesgericht kam es am Freitag gleichzeitig zum Paukenschlag und zu einer Premiere. Ex-Langlauf-Star Harald Wurm (31) gestand die Verwendung von verbotenen Mitteln und sorgte gleichzeitig für den ersten Fall von "Sportbetrug" vor einem Gericht. Dank des Eingeständnisses kam er mit einer Diversion davon.

Noch vor wenigen Wochen hatte sich der Vomper Langläufer, der in seiner Karriere viermal in die Top 10 im Weltcup gelaufen war, als unschuldiges "Bauernopfer" gesehen. Dabei waren die Beweise erdrückend. Nach einer anonymen Anzeige war es im August 2015 zu einer Hausdurchsuchung gekommen, und man fand Blutreste, Spritzen und auch die Substanz Kobalt - alles Hinweise auf Doping.  Wurm wurde vom ÖSV noch vor Saisonstart suspendiert, das Verfahren vor der Österreichischen Antidoping Rechtskommission (ÖADR) läuft noch.

Erster Fall von "Sportbetrug" wegen Doping
Unmittelbar nach dem "Besuch" im Vomper Haus begannen Ermittlungen wegen Doping nach dem Strafgesetzbuch. Dazu hätte Wurm Substanzen weitergeben müssen. Das konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Der Eigenkonsum lag aber auf der Hand. Nur dies allein wäre strafrechtlich ohne Folgen, doch die Staatsanwaltschaft ortete "Sportbetrug". Wurm hatte von Sponsoren rund 20.000 € bekommen. "Die hätten wohl kaum bezahlt, wenn Wurm gesagt hätte, warum er so gut ist",  sagte der  Staatsanwalt. Und klagte an.

Wurm muss binnen 14 Tagen 2.000 Euro zahlen
So landete am Freitag erstmals ein Fall von Sportbetrug vor dem Richter.  Und da ließ der Sportler die Hosen runter: "Ja ich übernehme die Verantwortung. Ja, ich habe es getan." Was genau, wollte er dann nicht mehr sagen. Blutdoping auf jeden Fall nicht, aber das war für Richter Günther Böhler dann auch nicht mehr entscheidend. Er erledigte das Verfahren diversionell. Gegen eine Geldbuße von 2000 Euro wird es  eingestellt, Wurm bleibt eine Vorstrafe erspart.

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