So, 19. November 2017

Tierversuchkriterien

02.12.2015 11:13

Tierschützer wollen Minister unter Druck setzen

Weiterhin große Aufregung um jenen Kriterienkatalog für die Genehmigung von Tierversuchen, der vom Wissenschaftsministerium vor Kurzem in Begutachtung gegeben worden war. Dieser sei laut Aussagen verschiedenster Experten "extrem schlecht" und nicht dazu geeignet, Schaden und Nutzen für jeden Versuch ethisch abzuwiegen. Tierschützer rufen nun dazu auf, Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner an seine Verantwortung zu erinnern.

"Wir brauchen eine Evaluierung, die auch tatsächlich Tierversuchsanträge aufgrund seriöser ethischer Erwägungen ablehnen kann", so heißt es etwa auf der Homepage des Vereins gegen Tierfabriken (VGT). Doch die Zeit drängt, denn bis Ende Dezember muss der finale Kriterienkatalog für die Evaluierung von Tierversuchen veröffentlicht werden. Jene Version, die im Oktober zur Begutachtung eingereicht worden war, bezeichnen Eyxperten als "fatal" - sie hoffen auf eine sinnvollere Neufassung.

Entenfellner: "Das ist ein Skandal"
"Es ist wirklich ein Skandal, dass ein Land wie Österreich die Auflagen für Tierversuche so schleifen lässt, anstatt sie zu verschärfen! Ich habe bereits 2012 versucht, das Gesetz in bessere Bahnen zu lenken - doch leider wurden die vielen Versprechen nicht gehalten", ist "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner wütend. Und auch die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy krisitiert den Weg, den das Wissenschaftsministerium gegangen ist: "Der Entwurf in seiner jetzigen Form wurde weder mit der Tierversuchskommission des Bundes abgestimmt, noch dieser die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Der vorliegende Verordnungsentwurf entspricht daher nicht den gesetzlichen Formalvoraussetzungen."

Ministerium sieht in Kriterienkatalog "faire Balance"
Das Wissenschaftsministerium verteidigt den Entwurf - er sei unter Einbeziehung relevanter Stakeholder entstanden, bringe "zusätzliche Objektivität" und wahre "eine faire Balance zwischen den legitimen Interessen von Tierschutz, Forschung und Wirtschaft". Aus den Ergebnissen des Messerli-Forschungsinstituts würden sich "nicht alle theoretischen Empfehlungen in dieser Form in der Praxis umsetzen lassen. Die Anzahl der zu beantwortenden Fragen habe man "durch inhaltliche Zusammenfassung und Vermeidung von Redundanzen ohne Qualitätsverlust reduziert".

Protestieren Sie mit und schicken Sie eine Postkarte an Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner! Einen Entwurf finden Sie HIER!

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