So, 17. Dezember 2017

Integration in Graz:

24.09.2015 15:14

Millionen Euro für die Kleinsten

2,1 Millionen Euro werden derzeit Jahr für Jahr in Graz für Integrationsmaßnahmen aufgewendet. Natürlich nicht (!) mitgerechnet sind da die Kosten für die Unterbringung von Asylwerbern. In der Stadt Graz setzt man vor allem bei Kindern und Jugendlichen an. Im Fokus steht der Erwerb der deutschen Sprache.

Sprachförderung in Grazer Kindergärten und Schulen soll für bessere Integration von Migrantenkindern bzw. Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache sorgen - das hofft der Grazer Bildungs- und Integrationsstadtrat Kurt Hohensinner (VP): "Nur so haben Kinder gute Zukunftschancen."

2275 Kinder betreut

Es gibt Integrationsassistenten (33 für 17 verschiedene Muttersprachen) für Kindergartenkinder (2275 Kinder wurden schon betreut), es gibt neuerdings Deutschkurse vor dem Schulstart, es gibt Sprachförderung in den Schulen und Lerncafés usw. Für all diese Sprachfördermaßnahmen werden in Graz im Jahr 1,7 Millionen Euro aufgewendet (463.000 Euro kommen von der Stadt, der Rest von Land und Bund).

In andere Integrationsmaßnahmen (Gesundheitsprojekte, Dolmetscher, Sport usw.) fließen weitere Mittel. Insgesamt werden in Graz allein heuer 2,1 Millionen Euro investiert (908.000 Euro von der Stadt, der Rest von Land und Bund).

Eltern in der Pflicht

Ein neues Projekt soll Kinder, aber auch Eltern, auf die Schule vorbereiten. Der Wissenstand der Kinder von Asylwerbern bzw. Asylanten wird vor Schuleintritt ermittelt, um sie in die entsprechenden Klassen einzugliedern. Psychologen schauen, ob Kinder durch die Flucht und Kriegserlebnisse traumatisiert sind. Eltern, vor allem muslimische, werden auf die österreichischen Werte hingewiesen, dass etwa gilt, was die Lehrerin sagt - auch wenn sie eine Frau ist. Freilich: Wer auf diese Werte pfeift, muss keine Konsequenzen fürchten.

"Kirche im Dorf lassen"

Eine Flut an neuen Asylwerbern und zu versorgenden Kindern gibt es in Graz (noch) nicht. 22 Kinder kamen in den letzten Wochen neu dazu und müssen nun in Schulen integriert werden.

Hohensinner: "Im Sommer 2014 hatten wir in Graz 1500 Asylwerber, jetzt sind es knapp 1700. Man muss die Kirche also im Dorf lassen. Aber wir müssen vorbereitet sein, wenn sich die Situation ändert." Und: "Wir müssen auch die Migranten zwischen 18 und 25 Jahren erreichen. Für die gibt es kein Angebot. Es besteht die Gefahr, dass die uns entgleiten." - Die Stadt will für diese jungen Leute eine Lehrlingsinitiative starten.

Klar ist aber auch: Sollte die Zahl der Asylwerber steigen, werden 2,1 Millionen Euro jährlich nicht mehr reichen…

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