So, 17. Dezember 2017

Lage eskaliert

10.09.2015 15:18

Viele Tote bei Kämpfen mit Kurden in der Osttürkei

Bei Kämpfen in der südosttürkischen Stadt Cizre sind in den vergangenen Tagen nach unterschiedlichen Angaben bis zu 54 Menschen getötet worden. In der mehrheitlich kurdischen Stadt gilt seit vergangenem Freitag eine Ausgangssperre - seither kam es immer wieder zu Kämpfen.

Nach Angaben des türkischen Innenministers Selami Altinok vom Donnerstag wurden seit vergangenem Freitag in Cizre 30 bis 32 kurdische Aufständische und ein Zivilist getötet. Die prokurdische Oppositionspartei HDP erklärte, in der 120.000-Einwohner-Stadt an der türkisch-syrischen Grenze am Fluss Tigris seien in der Zeit 21 Zivilsten getötet worden.

Anhänger der HDP, darunter Abgeordnete und Regierungsmitglieder wie Parteichef Selahattin Demirtas, marschierten auf Cizre zu, um die Blockade der Regierung zu durchbrechen. Am Donnerstag wurden sie am Weg nahe der Grenze zu Syrien und zum Irak von Soldaten aufgehalten, hieß es von Parteifunktionären.

Die Provinz Cizre werde seit Tagen von türkischen Sicherheitskräften belagert, es fehle an Nahrung, Wasser und Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Die Zivilbevölkerung werde gezielt von staatlichen Sicherheitskräften angegriffen, Journalisten würden nicht in die Regionen vorgelassen, um eine Berichterstattung zu vermeiden, so die HDP.

Türkische Kurden bitten um Hilfe
"Die Türkei gleitet zunehmend in einen Bürgerkrieg ab", kritisierte die Partei in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung. "Wir brauchen die Unterstützung der internationalen Öffentlichkeit mehr denn je, um einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten, in der Türkei und Kurdistan zu erreichen."

Seit den Parlamentswahlen vom 7. Juni seien 128 HDP-Parteigebäude im ganzen Land angegriffen worden. Die AKP-Übergangsregierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan nutze allerlei Unterdrückungsmaßnahmen, hieß es in der Mitteilung. So seien zahlreiche kurdische Städte im Südosten der Türkei weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt worden, Kommunikationsmöglichkeiten wie Telefon und Internet seien gekappt worden.

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