Do, 14. Dezember 2017

Migranten in Calais

31.07.2015 14:24

Polizei: "Situation schwer in Griff zu bekommen"

Die Flüchtlingssituation in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais ist weiterhin angespannt, täglich versuchen Hunderte Menschen die Flucht durch den Eurotunnel nach Großbritannien. Frankreich und Großbritannien haben mit einer Verstärkung der Sicherheitskräfte reagiert, weitere Sicherheitszäune aufgestellt und zusätzliche Spürhunde eingesetzt. Doch laut der französischen Polizei ist die Situation "weiterhin schwer in den Griff zu bekommen".

In der Nacht auf Freitag seien erneut "mehr als 1.000 Versuche" von Flüchtlingen abgewehrt worden, zum Eurotunnel vorzudringen, erklärte ein Polizist am Freitag. Rund 30 Flüchtlinge seien abgeführt worden. Ein anderer Polizist sprach sogar von 1.400 Versuchen.

Eurotunnel-Betreiber: "Deutlich weniger Störungen"
Ein Sprecher der Eurotunnel-Betreibergesellschaft konnte keine Flüchtlingszahlen nennen. Es gebe aber "deutlich weniger Störungen", seit die Polizeikräfte vor Ort durch die Entsendung von 120 weiteren Beamten verstärkt worden seien. Zur Wochenmitte waren teilweise bis zu 2.300 Fluchtversuche in einer Nacht gezählt worden.

"Es gab Verstärkungen, aber der Migrationsdruck bleibt bestehen", sagte ein Polizist. "Die Situation ist weiterhin schwer in den Griff zu bekommen." Es sei aber weniger Flüchtlingen gelungen, bis zu den Bahnsteigen für Güterzüge vor dem Tunnel vorzudringen, deshalb seien weniger Flüchtlinge auf die Züge gestiegen.

Frustration unter Polizisten wegen Kampfs gegen "arme Leute"
Wegen des "Katz-und-Maus-Spiels" mit den Flüchtlingen macht sich unter den Sicherheitskräften in Calais zunehmend Frustration breit. "Es ist zermürbend: Wir ergreifen manche, übergeben sie der Grenzpolizei - und 20 Minuten später kommen sie wieder", sagte ein Beamter der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizisten müssten gegen "arme Leute" vorgehen, die "im Elend" leben.

Gefährliche Flucht: Zehn Migranten seit Juni gestorben
Seit Wochen versuchen immer wieder Hunderte Flüchtlinge, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Die Fluchtversuche behindern nicht nur den Verkehr durch den Tunnel, sondern sind auch gefährlich. Seit Anfang Juni starben bereits zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen. In Calais befinden sich den Behörden zufolge derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Eritrea, Äthiopien, Afghanistan und dem Sudan.

Eine britische Speditionsfirma rief am Freitag dazu auf, zwei oder drei Tage lang keine Güter mehr durch den Eurotunnel zu transportieren, um für eine schnelle Lösung zu demonstrieren. Migranten hätten Container aufgebrochen, die Supermärkte dann nicht mehr annähmen, sagte Firmenbesitzer Peter Harding dem BBC Radio 4.

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