Do, 14. Dezember 2017

Enthauptung geplant?

16.07.2015 11:49

Anschlag auf Militäranlage in Frankreich vereitelt

In Frankreich ist laut der Regierung ein offenbar islamistisch motivierter Anschlag auf eine Militäranlage vereitelt worden. Zunächst wurden vier Verdächtige verhaftet - unter ihnen ein 16-Jähriger und ein früherer Marinesoldat. Der Jugendliche sei mittlerweile wieder auf freiem Fuß, hieß es aus Justizkreisen. Aus dem Umfeld der Ermittlungen verlautete, sie hätten einen hochrangigen Soldaten enthaupten und die Szene filmen wollen.

Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, die Verdächtigen seien Montagfrüh an vier Orten in Frankreich festgenommen worden. Der mutmaßliche Anführer der Gruppe sei ins Visier der Behörden geraten, weil er ins Konfliktgebiet nach Syrien reisen wollte. Der Verdächtige, der bereits zuvor wegen seiner Verbindungen mit heute inhaftierten Dschihadisten und seinen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aufgefallen sei, sei zu seinen Reiseplänen befragt worden, sagte Cazeneuve.

Brandanschlag auf Ölraffinerie in Südfrankreich
Am 23. Juni seien von der Staatsanwaltschaft in Paris Vorermittlungen wegen des Verdachts der Bandenbildung mit dem Ziel der Verübung eines Terroranschlags eingeleitet worden. Bisher habe keine Verbindung zu einem Brandanschlag auf eine Ölanlage in Südfrankreich festgestellt werden können, sagte Cazeneuve. Bei dem Vorfall waren am Dienstag zwei Tanks in der Nähe der Küstenstadt Marseille explodiert und in Brand geraten. An einem dritten Tank wurde ein Zünder gefunden. Präsident Francois Hollande verwies darauf, dass die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen an allen Industrieanlagen, die wegen des Umgangs mit gefährlichen Stoffen unter die sogenannte Seveso-Richtlinie fallen, verschärft habe. "Sie werden alle beschützt."

Waffen und Munition aus Militärdepot erbeutet
Cazeneuve hatte dazu gesagt, die ersten Ermittlungsergebnisse zeigten, dass es sich um einen kriminellen Akt handle. Anfang Juli hatte es bereits einen beunruhigenden Vorfall in der Region von Marseille gegeben. Damals hatten Unbekannte bei einem Einbruch in ein Militärdepot Plastiksprengstoff und mindestens 150 Zünder gestohlen. Die Einbrecher durchschnitten einen Zaun und drangen dann in das Militärgelände in Miramas nahe Marseille ein.

Terrorangst nach Anschlägen auf "Charlie Hebdo" und Gas-Firma
In Frankreich herrscht seit Monaten Angst vor neuen Anschlägen. Anfang Jänner waren bei islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris 17 Menschen getötet worden.

Im Juni drang dann ein 35-Jähriger auf das Gelände einer Gas-Firma in der Nähe von Lyon ein und brachte Gasflaschen zur Explosion. Zuvor enthauptete er seinen Chef, der abgetrennte Kopf seines Opfers wurde am Zaun der Industrieanlage neben islamistischen Fahnen gefunden. Der festgenommene Mann bestritt einen islamistischen Hintergrund und gab persönliche Motive für seine Taten an, die Ermittler halten aber an einem terroristischen Motiv fest.

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