Do, 23. November 2017

„Gefahrenquelle“

26.05.2015 12:51

Salzburg: Empörung wegen geplanter „Ampelpärchen“

Nachdem Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden die Installierung von drei "Ampelpärchen" nach dem Wiener Vorbild an der Staatsbrücke in der Landeshauptstadt in Auftrag gegeben hat, regt sich Kritik seitens des Team Stronach: Die "Liebesampeln" würden Fußgänger vom Verkehrsgeschehen ablenken, gleichgeschlechtliche Intentionen dürften nicht auf dem Rücken der Verkehrssicherheit ausgetragen werden.

"Um Unfälle zu reduzieren, müssen alle Maßnahmen getroffen werden, welche die Gedanken der Fußgänger auf den Verkehr richten und nicht auf homo- oder heterosexuelle Liebespärchen mit Herzchen", sagte Landesparteiobmann Helmut Naderer, der von Beruf Polizist ist. Er appellierte an die Stadt Salzburg, "nicht zusätzliche Gefahrenquellen zu schaffen". Jeder Unfallstatistik sei zu entnehmen, dass sich auf Schutzwegen die meisten Unfälle mit Fußgängern ereignen. "Nun will man mit der linkslinken Spinnerei namens Ampelpärchen die Aufmerksamkeit der Fußgänger mit viel Steuergeld noch mehr ablenken", empörte sich Naderer.

SPÖ sieht "kein Verkehrssicherheitsproblem"
Die Klubreferentin des SPÖ-Gemeinderatsklubs, Julia Rafetseder, sieht in den neuen Lichtzeichensujets keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit, wie sie am Dienstag sagte. "Das bringt ein positives Echo für die Stadt. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass die Ampelpärchen kein Verkehrssicherheitsproblem verursachen."

Die neuen Symbole sollen im Zentrum der Stadt installiert werden: an den beiden Fußgängerübergängen vom Platzl zur Staatsbrücke und am Übergang von der Staatsbrücke zum Rathaus. An zwei Übergängen stellen die Ampelanlagen jeweils ein gleichgeschlechtliches Paar dar, die dritte Ampelanlage zeigt ein heterosexuelles Paar. Die Kosten pro Ampel betragen laut Rafetseder 1.400 Euro. Mit der Installierung müsse noch einige Wochen zugewartet werden, da die Anfertigung der Abdecklinsen für die Ampeln noch etwas dauern würde, sagte die Klubreferentin.

"Salzburg zeigt sich weltoffen und tolerant"
Initiiert hatte die Aufstellung der "Ampelpärchen" in Salzburg die sozialdemokratische Organisation für homosexuelle und transidente Menschen. "Die Installierung an diesen drei stark frequentieren Gehsteigen in der Altstadt sensibilisiert und zeigt, dass die Stadt Salzburg weltoffen und tolerant ist", hatte SPÖ-Klubvorsitzender Bernhard Auinger in der Vorwoche erklärt. In Wien wurden an 49 Standorten Ampelpärchen angebracht. Zu sehen sind entweder ein Mann und eine Frau, zwei Frauen oder zwei Männer - Hand in Hand bzw. inklusive eines Herzchensymbols.

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