Do, 23. November 2017

Besitzer überfordert

11.03.2015 15:43

Drama um 26 Hunde und Ziegen in Tarrenz beendet

Schockierender Großeinsatz für den Tierschutzverein für Tirol: In einem Areal in Tarrenz, zwischen halb verfallenen Holzbaracken, fristeten 26 Hunde und Welpen sowie Ziegen ein jämmerliches Dasein. Von zwei Hunden fand man nur mehr Kadaver. Die Tiere erholen sich nun in Tierheimen. Gibt’s für sie eine bessere Zukunft?

"Einem Tierhalter wuchs sein unkontrollierter Bestand über Jahre völlig über den Kopf", beschreibt Obfrau Elisabeth Baldauf-Bracke die Hintergründe. Der Mann war im Ort als "Einsiedler" bekannt, mit einer nur notdürftigen Unterkunft. Als er wegen seines Beines ins Krankenhaus musste, kam der Fall ins Rollen. Mitarbeitern des Tierschutzvereins bot sich Erschreckendes: In dem abgelegenen Areal, teils in provisorischen Verschlägen, fanden sich 26 Hunde. "Sie gebärdeten sich überaus ängstlich, teils panisch oder aggressiv", schildert Baldauf-Bracke. Die Tiere waren unterernährt, manche wiesen Bisswunden von Artgenossen auf. In einem nur notdürftig überdachten Bereich entdeckten die engagierten Helfer eine Mutterhündin mit Welpen. Auch mehrere Ziegen hielt der überforderte Besitzer.

Narkosegewehr zum Einfangen

Die Räumung des Areals war eine Herausforderung: Manche Hunde mussten zum Einfangen von einem Tierarzt mit einem Narkosegewehr betäubt werden. Für zwei Hunde kam der Großeinsatz leider zu spät, ihre Kadaver fanden sich unter großen Schneehaufen.

Vermittlung der Hunde erst später

Die Hunde befinden sich nun in den Tierheimen Innsbruck-Mentlberg, Reutte und Wörgl. "Wir werden sie privat vermitteln, das hängt aber vom Zustand ab. Die Profile der Tiere werden wir nach und nach veröffentlichen", so Baldauf-Bracke. Auch für den Mann soll es nach seinem abgeschiedenen Dasein einen Neustart geben – die Gemeinde will ihm eine Wohnung zur Verfügung stellen.

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