Mo, 18. Dezember 2017

Treffen in Doha

23.02.2015 13:48

WM-Termin 2022 vor Fixierung & das FIFA-Feilschen

Beim globalen Gipfeltreffen der Fußball-Funktionäre in Doha geht es um viel mehr als die Festlegung auf die skandalumwitterte Katar-WM 2022. Wenn sich Vertreter des Weltverbandes, der Kontinentalverbände, der finanzstärksten Ligen und Clubs am Dienstag in Katar zur Sitzung der FIFA-Termin-Task-Force versammeln, beginnt schon das Feilschen um finanzielle Entschädigung der europäischen Spitzenteams.

"Wenn wir vom Sommer auf November oder Jänner wechseln, wird es unser Geschäft beeinflussen", sagte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge kürzlich zur vertrackten Terminsuche. "Diese Kosten können nicht durch die Klubs bezahlt werden. Wir sind nicht bereit, diese zu zahlen", sagte der Münchner in seiner Funktion als Chef der European Club Association (ECA), der Vereinigung der europäischen Top-Teams.

Umstrittenstes Turnier der WM-Geschichte
Dennoch: Im November/Dezember 2022 soll das umstrittenste Turnier der WM-Geschichte stattfinden, konkret vom 18. November bis 18. Dezember. An diesem Zeitfenster gibt es praktisch keine Zweifel mehr, trotz der Alternativvorschläge Jänner/Februar durch die UEFA und Mai durch die ECA, die am Dienstag nochmals präsentiert werden. Die Entscheidung scheint jedoch bereits gefällt.

Der Mai-Termin ist mehr oder weniger ein Schatten-Termin als Ausgangspunkt für die Kompensationsverhandlungen. Die Top-Klubs müssen in Opposition zur Blatter-Variante gehen, um möglichst viel materielle Entschädigung zu kassieren. Teuer wird die Terminverschiebung in den Winter für die FIFA sicherlich. Bundesliga, Premier League oder Primera Division werden sich die notwendige Saison-Unterbrechung in sieben Jahren teuer bezahlen lassen.

Platinis Vorschlag
Geringfügig einfacher wäre eine neue Termingestaltung bei einer WM im Jänner/Februar 2022, wie von UEFA-Chef Michel Platini in reflexartiger Opposition zu FIFA-Boss Joseph Blatter propagiert. Diese Variante kommt realistisch jedoch nicht infrage, da die WM mit Winter-Olympia kollidieren würde. IOC-Boss Thomas Bach soll von IOC-Mitglied Blatter das Versprechen haben, dass die FIFA nicht in Konkurrenz tritt.

Schon lange vom Tisch ist der traditionelle Termin im Juni/Juli. Die Hitze im Scheichtum am Golf wäre unerträglich, das hat auch die FIFA gut vier Jahre nach der WM-Vergabe durch ihr Exekutivkomitee akzeptiert. Dieses Exekutivkomitee - wenn auch in mittlerweile teilweise anderer Besetzung - wird bei seiner Sitzung am 19. und 20. März in Zürich schlussendlich den Termin festlegen. Abzuwarten bleibt, wie viele Alternativen die Task Force am Dienstag dem Gremium zukommen lässt. Wahrscheinlich ist, dass es neben November/Dezember zumindest ein weiterer sein wird. Der Schein einer demokratischen Entscheidung bliebe gewahrt.

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