Do, 14. Dezember 2017

Eurobarometer

23.02.2015 13:32

Türken wenden sich immer stärker von EU ab

Die türkische Bevölkerung wendet sich immer stärker von der EU ab. Laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage sahen Ende 2014 nur mehr 28 Prozent der Türken eine EU-Mitgliedschaft als "gute Sache" an. Bei der Umfrage 2013 waren es noch 38 Prozent gewesen. Dagegen bezeichneten 39 Prozent eine EU-Mitgliedschaft als "schlechte Sache" - um sechs Prozentpunkte mehr als 2013.

Auf die Frage, ob das jeweilige Land von einer EU-Mitgliedschaft profitieren würde, zeigten sich 36 Prozent der befragten Türken davon überzeugt, aber 54 Prozent glaubten das Gegenteil. Auch hier zeigt sich gegenüber 2013 ein Stimmungswandel weg von der EU. Damals waren es 50 Prozent gewesen, die noch an eine positive Auswirkung einer EU-Mitgliedschaft glaubten, gegenüber 45 Prozent, die dies negativ beurteilten.

Albaner wollen am stärksten in die EU
Die stärksten Befürworter für einen Beitritt zur EU sind derzeit die Albaner. Dort sehen 76 Prozent die EU-Mitgliedschaft positiv, nur vier Prozent negativ. Bei Albanien gab es allerdings keine Vergleichszahlen zu 2013. Überwiegend für eine EU-Mitgliedschaft sind auch die Befragten in Mazedonien, Montenegro, Serbien und Island. Mazedonier sind zu 53 Prozent positiv eingestellt, zu 16 Prozent negativ. In Montenegro lautet das Verhältnis 37:26, in Serbien 39:21 und in Island 37:26.

EU-Beitritt: Islands Regierung machte Rückzieher
Allerdings hatte Island von sich aus die im Jahr 2010 aufgenommenen Beitrittsverhandlungen mit der EU im Vorjahr gestoppt. Die isländische Regierung will dem Parlament auch einen entsprechenden formellen Beschluss noch im Frühjahr vorlegen. Reykjavik sei überzeugt davon, dass Island seine Interessen außerhalb der Union "besser verfolgen" könne, hatte es Anfang 2015 (die Eurobarometer-Umfrage war da bereits durchgeführt worden; Anm.) geheißen.

Auch bei der Frage der Rentabilität eines EU-Beitritts liegen die Albaner mit dem Glauben an EU-Vorteile deutlich voran. Gleich 89 Prozent sehen Vorteile, nur sieben Prozent Nachteile. In Mazedonien ist das Verhältnis 66 positiv zu 28 negativ, in Montenegro 64:28, in Serbien 56:34 und in Island 47:43.

Österreicher bei EU-Erweiterung absolut skeptisch
Einer Erweiterung der EU stehen die Österreich hingegen absolut skeptisch gegenüber. Nur 26 Prozent der Österreicher sind dafür, das ist der zweitniedrigste Wert nach Deutschland (24 Prozent). Der EU-Durchschnitt der Erweiterungsbefürworter beträgt 39 Prozent, am stärksten sind die Rumänen mit 72 Prozent dafür.

Die Umfrage wurde im Oktober und November des vergangenen Jahres durchgeführt. Die Auswertung der nationalen Ergebnisse der Befragung mit dem Titel "Die öffentliche Meinung in der EU - Herbst 2014" liegt nun vor.

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