Mo, 20. November 2017

Mehrjährige Haft

03.02.2015 13:19

Pärchen nach Raubüberfall auf Taxler verurteilt

Ein Prozess um einen Raubüberfall auf einen Taxifahrer im Oktober 2014 bei einem kurzen Stopp an der Westautobahn hat am Dienstag am Landesgericht St. Pölten mit Schuldsprüchen für das angeklagte Pärchen geendet. Der 28-Jährige wurde nicht rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren, seine 27-jährige Partnerin zu fünfeinhalb Jahren verurteilt.

Richterin Stefanie Einwagner gab in ihrer Urteilsbegründung an, dass es sich um einen schweren Raub unter Verwendung einer Waffe gehandelt habe. Es sei davon auszugehen, dass beide Angeklagten einen Tatplan hatten. "Der Schilderung der Zweitangeklagten, dass sie nichts davon wusste, konnte ich nicht folgen", so die Richterin. Zudem hätten sich die Aussagen der beiden mehrfach widersprochen. Die Strafen bezeichnete sie als "angemessen". Beim 28-Jährigen sei sein Teilgeständnis mildernd gewertet worden.

Taxler ergriff "wie ein Tier" die Flucht
Dem Pärchen war vorgeworfen worden, am 18. Oktober 2014 einen damals 39-jährigen Taxilenker auf der Fahrt von Gmunden nach Wien bei einem kurzen Stopp an der Westautobahn bei Loosdorf mit einer Waffe bedroht und ihm sowohl Bargeld als auch das Fahrzeug abgenommen zu haben. Der Zeuge schilderte am Dienstag, wie ihn der 28-Jährige nach einer "Pinkelpause" plötzlich von hinten gepackt und eine Pistole gegen seinen Hals gerichtet hatte.

Der Mann habe ihn zudem mit dem Umbringen bedroht und soll zu seiner Partnerin gesagt haben: "Aber lieber draußen, damit das Auto nicht so blutig ist". Daraufhin habe der Taxler "wie ein Tier" die Flucht ergriffen und sei über die Fahrbahnen der A1 davongelaufen. Er leide aufgrund des Überfalls noch immer an einem Trauma.

Im Zuge der Ermittlungen nach dem Überfall hatte der 39-Jährige den Verdächtigen auf einem Foto eindeutig wiedererkannt. Das Paar wurde tags darauf in Salzburg festgenommen und das Taxi in Wien sichergestellt.

Angeklagte bekannten sich teilweise schuldig
Der Angeklagte hatte sich am ersten Prozesstag im Jänner teilweise schuldig bekannt, nicht jedoch dazu, den Taxifahrer mit dem Tod bedroht zu haben. Die Frau bestritt überhaupt, mit der Tat etwas zu tun gehabt zu haben. Staatsanwältin Kathrin Bauer hatte in ihrem Schlussvortrag angemessene Strafen gefordert, der Verteidiger des Mannes verwies hingegen auf das "reumütige, lückenlose und umfassende" Geständnisses seines Mandanten.

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