Do, 23. November 2017

RTL-Klassiker

10.01.2015 14:42

Super Marcel! Fünfter Adelboden-Sieg für Hirscher

Marcel Hirscher hat sich einmal mehr als der Ski-König von Adelboden erwiesen! Der ÖSV-Superstar gewann am Samstag den Weltcup-Riesentorlauf auf dem Chuenisbärgli trotz frühlingshafter Verhältnisse in überlegener Manier und feierte seinen bereits fünften Erfolg bei dem Traditionsrennen. Hirscher setzte sich 1,13 Sekunden vor Alexis Pinturault (FRA) durch, der drittplatzierte Henrik Kristoffersen (NOR) hatte gar schon 1,64 Sekunden Rückstand. "Man kann schon sagen, dass ich mich im Riesentorlauf noch nie so gut gefühlt habe wie jetzt", meinte Hirscher, der zum vierten Mal in diesem WM-Winter einen Riesentorlauf mit mehr als einer Sekunde Vorsprung gewann.

Der Eindruck, dass er aktuell scheinbar mühelos von Sieg zu Sieg eilt, täuscht laut Hirscher aber. "Es war ein wirklich anstrengendes Rennen, Adelboden ist eben der schwierigste Riesentorlauf der Welt", sagte der dreifache Gesamtweltcup-Sieger. Damit zog Hirscher mit dem legendären Schweden Ingemar Stenmark gleich, der in Adelboden ebenfalls fünf Mal gewonnen hat. Sieg Nummer sechs im urigen Weltcup-Ort im Berner Oberland könnte bereits am Sonntag im Slalom folgen (10 und 13 Uhr). Dieses Rennen hatte Hirscher 2012, 2013 und 2014 zuletzt gleich dreimal in Serie für sich entschieden. Damit ist Adelboden, wo es als Siegestrophäen große Kuhglocken gibt, nun Hirschers bis dato erfolgreichster Weltcup-Ort, fünf Siege hat der Annaberger nirgendwo anders gefeiert.

Bei Weltcup-Siegen mit Eberharter gleichgezogen
Hirscher hatte am Samstag beim Spektakel vor 29.000 Zuschauern aber noch zahlreiche weitere Superlative zu bieten. Mit Weltcup-Sieg Nummer 29 zog er im Alter von 25 Jahren mit Stephan Eberharter gleich. Damit liegen nur noch zwei Österreicher in der ewigen Bestenliste vor ihm: Benjamin Raich (36 Siege) und Hermann Maier (54). Außerdem gewann Hirscher erstmals in seiner Karriere drei Riesentorläufe in Serie (Aare, Alta Badia, Adelboden). Im Gesamtweltcup führt der Dreifach-Gewinner aktuell 152 Punkte vor Kjetil Jansrud, der Norweger schied in Adelboden aus. Im Riesentorlauf-Weltcup beträgt Hirschers Guthaben auf den zweitplatzierten US-Amerikaner Ted Ligety (am Samstag Siebenter) 138 Zähler.

Hirscher: "Spitze, dass es überall funktioniert"
Dabei hatten die weichen Pistenverhältnisse und zweistelligen Plusgrade in Adelboden für Sorgenfalten bei Hirscher gesorgt. Schließlich bevorzugt der Salzburger eigentlich eisige Temperaturen und harte Pistenverhältnisse. "Spitze, dass es überall funktioniert, auch bei solchen Verhältnissen. Derzeit passt einfach alles zusammen", meinte Hirscher erfreut. Ein Blick auf die Wetterprognosen für Sonntag lässt Hirschers ohnehin bereits gute Chancen im Slalom weiter steigen. In der Nacht soll es zu einem Wetterumbruch kommen, Minus-Temperaturen und Schneefall sind für die Region Adelboden prognostiziert worden.

WM-Riesentorlauf-Team nimmt langsam Gestalt an
Das ÖSV-Riesentorlauf-Team für die WM hat in Adelboden indes konkrete Formen angenommen. Neben Hirscher und Benjamin Raich (am Samstag nur 20.) haben wohl Christoph Nösig (19.) und Philipp Schörghofer (25.) ihre Tickets gelöst. Denn Matthias Mayer (32.), Roland Leitinger (33.), Marcel Mathis (45.) und Vincent Kriechmayr (50.) haben den zweiten Durchgang allesamt verpasst. "Durchwachsen", bilanzierte Nösig dennoch. Zum Thema WM meinte der Tiroler: "Die Aufstellung machen die Trainer. Aber wenn ich dabei bin, freu' ich mich natürlich. Ich werde mich aber deutlich steigern müssen. Denn bei der WM um Platz 15 oder 20 mitfahren, das interessiert keinen."

Raich: "Ich war von oben bis unten zu langsam"
So sah es auch Schörghofer, der mit Rang neun im ersten Lauf seine bisher beste Saisonvorstellung gezeigt hatte. "Der erste Lauf war ein positiver Schritt, darüber freue ich mich sehr. Im zweiten Lauf habe ich es leider nicht mehr so hingebracht. Aber meine Formkurve zeigt aufwärts, und natürlich wäre ich gerne bei der WM dabei", betonte der Salzburger. Für Raich, den Adelboden-Sieger 2006, 2007 und 2009, verlief der bereits 131. Weltcup-Riesentorlauf seiner Karriere nicht nach Wunsch. "Ich hatte mir sehr viel vorgenommen. Die Vorbereitung war super, aber ich hab' das heute leider nicht auspacken können. Ich war von oben bis unten zu langsam", sagte der 36-Jährige.

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Lauf 1 Lauf 2 Gesamt Diff.
1 HIRSCHER Marcel AUT 1:17.18 1:21.93 2:39.11
2 PINTURAULT Alexis FRA 1:18.14 1:22.10 2:40.24 +1.13
3 KRISTOFFERSEN H. NOR 1:18.15 1:22.60 2:40.75 +1.64
4 DOPFER Fritz GER 1:19.22 1:21.63 2:40.85 +1.74
5 NEUREUTHER Felix GER 1:17.73 1:23.13 2:40.86 +1.75
6 EISATH Florian ITA 1:19.90 1:20.99 2:40.89 +1.78
7 LIGETY Ted USA 1:18.43 1:22.54 2:40.97 +1.86
8 HAUGEN Leif Kristian NOR 1:19.56 1:21.53 2:41.09 +1.98
9 FAIVRE Mathieu FRA 1:19.09 1:22.13 2:41.22 +2.11
10 NANI Roberto ITA 1:18.69 1:22.56 2:41.25 +2.14
11 OLSSON Matts SWE 1:18.84 1:22.46 2:41.30 +2.19
12 BLARDONE M. ITA 1:19.56 1:21.82 2:41.38 +2.27
12 MUFFAT-JEANDET V. FRA 1:22.39 2:41.38 +2.27
14 JITLOFF Tim USA 1:19.38 1:22.20 2:41.58 +2.47
15 BORSOTTI Giovanni ITA 1:20.78 1:20.82 2:41.60 +2.49
16 FANARA Thomas FRA 1:19.42 1:22.21 2:41.63 +2.52
17 MÖLGG Manfred ITA 1:20.33 1:21.45 2:41.78 +2.67
18 RICHARD Cyprien FRA 1:20.04 1:21.79 2:41.83 +2.72
19 NÖSIG Christoph AUT 1:19.93 1:21.99 2:41.92 +2.81
20 RAICH Benjamin AUT 1:19.66 1:22.27 2:41.93 +2.82
21 JANKA Carlo SUI 1:19.88 1:22.07 2:41.95 +2.84
22 COOK Dustin CAN 1:20.88 1:21.09 2:41.97 +2.86
23 CAVIEZEL Gino SUI 1:20.00 1:21.98 2:41.98 +2.87
23 SIMONCELLI Davide ITA 1:19.15 1:22.83 2:41.98 +2.87
25 SCHÖRGHOFER P. AUT 1:19.06 1:23.07 2:42.13 +3.02
26 MISSILLIER Steve FRA 1:19.93 1:22.26 2:42.19 +3.08
27 BANK Ondrej CZE 1:20.40 1:21.83 2:42.23 +3.12
28 ZUBCIC Filip CRO 1:20.69 1:22.06 2:42.75 +3.64
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