Mo, 20. November 2017

Kaufen Tiere frei

11.09.2014 10:36

Tierschützer kritisieren „Schlachtfohlen“-Auktion

Am 12. September findet im oberösterreichischen Stadl Paura wieder die traditionelle Norikerfohlen-Versteigerung statt, von der Tierschutzorganisation "Animal Spirit" als "Todes-Fohlenauktionen" bezeichnet. Der Grund: Zahlreiche Haflinger- und Norikerfohlen, die von den Züchtern nicht gebraucht werden, landen in unseren Nachbarländern in Schlachthöfen.

Seit August sind sie wieder in vollem Gange - die alljährlichen Fohlenauktionen in Österreich und Bayern. Laut Tierschützern findet eine absichtliche "Überproduktion" von Haflinger- und Norikerfohlen statt, wobei nur wenige der geborenen Fohlen den "Schönheitsidealen" der Zuchtverbände entsprechen und am Leben bleiben dürfen.

90 Prozent der Fohlen müssen sterben
90 Prozent der wenige Monate alten und in erster Linie männlichen  Fohlen werden laut "Animal Spirit" regelrecht verschachert, nach Italien oder in den Osten gebracht und zu Leberkäse oder Wurst verarbeitet. "Dazu kommen noch diverse Subventionen aus Steuergeldern der EU oder AMA beziehungsweise Prämien der Zuchtverbände, wie etwa für 'alte Nutztierrassen', Deckprämien oder für sogegannte 'Elitefohlen'", kritisiert Obmann Franz-Joseph Plank.

Tiere werden ihren Müttern entrissen
Und: Die Tiere werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt. "Entgegen der Ankündigungen der Zuchtverbände, dies nicht mehr zuzulassen, waren auch heuer wieder in Stadl Paura nicht einmal drei Monate alte Fohlen zur Auktion angemeldet. Erst durch die Intervention einer befreundeten Amtstierärztin sind diese fast 20 Tierbabies - geboren erst im letzten Mai und sogar Juni - wieder von der Versteigerungsliste verschwunden", so Plank.

Verein will Dutzende Fohlen freikaufen
Die Tierschützer fordern, dass die überbordende "Fohlenzucht für den Schlachthof" zumindest eingedämmt wird. Außerdem kauft der Verein jedes Jahr mehrere Dutzend Fohlen frei und vermittelt sie auf kontrollierte private Plätze im In- und Ausland. "Zumindest ein Teil dieser Tierkinder soll eine schöne Zukunft haben", so Franz-Joseph Plank. "Statt in Massentierhaltung, Tiertransporte und Fleischproduktion sollte die EU in sinnvolle Projekte wie die Erhaltung der wunderbaren Noriker-Rasse investieren, ohne dass diese Pferde im Kindesalter massenweise umgebracht werden müssten."

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