So, 22. Oktober 2017

Teilbedingte Haft

13.08.2014 17:30

Mildes Urteil nach Missbrauch einer Zwölfjährigen

Mit einem äußerst milden Urteil ist am Mittwochnachmittag der Prozess rund um den Missbrauch eines zwölf Jahre alten Mädchens in Salzburg zu Ende gegangen. Der Angeklagte, ein 53 Jahre alter, ehemaliger Taxifahrer und Berufschauffeur aus dem Pongau, wurde zu 18 Monaten Haft – ein Monat davon unbedingt – verurteilt. Ihm war vorgeworfen worden, die Zwölfjährige im Sommer 2013 mehrmals sexuell missbraucht und einmal mit ihr den Beischlaf vollzogen zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zum ersten sexuellen Übergriff soll es Mitte Juli während eines Kindertransportes vom Gasteinertal zu einem Feriencamp nach Bischofshofen gekommen sein. Dabei soll der bisher unbescholtene Pongauer das Mädchen an den Geschlechtsteilen betastet haben.

Mehrfache Übergriffe auf Zwölfjährige
Anfang August sei es zu einem ähnlichen Vorfall auf einer Parkbank in Bad Hofgastein gekommen, nachdem der Chauffeur das Mädchen auf ein Eis eingeladen habe, schilderte Staatsanwalt Christian Weismann. Einen Tag darauf habe der Beschuldigte das Kind in seiner Wohnung zum Computerspielen eingeladen und dort den Beischlaf vollzogen. Wenige Tage später, als die Zwölfjährige im Auftrag ihrer Leih-Oma einen Pflaumenwein bei dem Angeklagten abholen sollte, habe der Mann das Mädchen wieder unsittlich berührt, so Weismann.

Leider habe sich die Zwölfjährige zunächst nur einer Freundin anvertraut. Aufgeflogen sei der Fall erst, als die Mutter auf dem Handy ihrer Tochter die Nummer des Taxifahrers gesehen habe. "Das ist ihr seltsam vorgekommen", sagte der Staatsanwalt. Danach wurde Anzeige erstattet.

Psychologe: "Angaben des Opfers erlebnisfundiert"
Die Angaben des mutmaßlichen Opfers bezeichnete ein Gerichtspsychologe als "erlebnisfundiert". Der Angeklagte wurde von Zeugen belastet. Weiters stellten die Ermittler pornografische Darstellungen Unmündiger auf dem Computer des Pongauers sicher. "Der Angeklagte sagte, er hätte nur auf den Internetseiten gesurft, mehr nicht", so Weismann.

Angeklagter: "Habe Mädchen nie berührt"
Der Angeklagte wies vor Gericht jede Schuld von sich. "Ich bekenne mich nicht schuldig in allen Anklagepunkten. Ich habe das Mädchen nie berührt, weder oberhalb noch unterhalb der Kleidung." Auch als er mehrmals im Auftrag der Leih-Oma für eine kurze Dauer auf das Mädchen aufgepasst habe, habe er seinen Schützling nicht berührt, beteuerte der Beschuldigte. Verteidiger Remy Horcicka fehlten "objektive Beweise für die vorgeworfenen Taten", wie er betonte.

Sein Mandant habe 14 Jahre lange Kinder mit dem Taxi gefahren, auch zur Schule, "ohne dass ein ähnlicher Vorwurf aufgetreten wäre". Der Anwalt gab zu bedenken, dass die Zwölfjährige eine "geistige Beeinträchtigung" habe und "in einer äußerst schwierigen Familiensituation" lebe.

Das Gericht sprach dem Opfer ein Teilschmerzensgeld von 4.000 Euro zu. Der Verteidiger kündigte sofort Nichtigkeitsbeschwerde an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).