Mi, 18. Oktober 2017

Nachbarn berichten

07.07.2014 08:29

Villacher Tierhortung war schon 16 Jahre bekannt

Bei "Animal Hoarding" geht es nicht nur um Tierleid, sondern auch immer um menschliches Leid. So ist es auch im aktuellen Fall aus dem Raum Villach: Der betroffene Tierhalter, aus dessen verdreckter Wohnung etwa 70 Tiere befreit worden waren, ist seit 16 Jahren (!) auffällig. Und seine Nachbarn warnten immer wieder – vergeblich.

Bereits im Jahr 1998 stand der damals 31-jährige Tiernarr aus dem Raum Villach als "Jack the Ripper" vor Gericht: Er hatte Nachbarn unter dem Pseudonym bedroht. "Im Laufe der Jahre wurde es immer schlimmer", schildert eine Anrainerin. Mehrmals wurden die Behörden alarmiert – wegen Telefonterrors, Drohungen, vor allem aber auch wegen der schlechten Tierhaltung.

Kadaver von verhungerten und verbrannten Tieren
Dem Akademiker wurden Hunde abgenommen, teilweise wieder zurückgegeben. Wegen seiner psychischen Erkrankung erhielt er einen Sachwalter. "Und er wurde engmaschig kontrolliert", erklärt Bezirkshauptmann Bernd Riepan. Wie aber konnten von Sachwalter, Beamten und Ärzten die furchtbaren Zustände bei den Kontrollen übersehen werden? Das Haus war völlig verdreckt, Tierschützer fanden in den Müllbergen noch Kadaver verhungerter und verbrannter Katzen!

Vorgehen wird geprüft
"Das frage ich mich auch. Es hieß aber stets, dass es den Tieren so weit gut gehe. Es wird bei uns daher eine intensive Aufarbeitung des Falls geben", verspricht Riepan. "Doch die Situation ist nicht einfach: Ein Haus mit Gewalt aufzubrechen oder jemanden gar in die Psychiatrie bringen zu lassen, sind die schwersten Eingriffe in die persönliche Freiheit."

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