So, 19. November 2017

Von „Cobra“ gefasst

04.06.2014 07:44

Geldboten-Überfall: Täter wollten nach Mykonos

Jetzt wollten sie schon auf Mykonos sein, um in der griechischen Sonne das in Oberösterreich erbeutete Geld auszugeben. Doch zwei aufmerksame Zeugen haben den Geldboten-Räubern von Marchtrenk die schönen Pläne verdorben: 17 Stunden nach der Tat und nur 200 Meter vor der rettenden Grenze klickten am Mittwoch die Handschellen.

Zwei Zeugen waren es, die den beiden 36- und 40-jährigen Rumänen sowie der Freundin (22) des Älteren die Tour vermasselten. Einer hatte schon vor Tagen vor der Marchtrenker Sparkasse einen VW Golf mit Wiener Kennzeichen gesehen, der lange herumstand, dessen Insassen aber nicht ausstiegen. Das kam ihm so verdächtig vor, dass er sich sogar einen Teil des Kennzeichens merkte. Als der Marchtrenker dann vom Überfall erfuhr, bei dem Montag früh - wie berichtet - zwei Geldboten beim Befüllen des Bankomaten mit Maschinenpistolen bedroht, gefesselt und ausgeraubt wurden, informierte er die Polizei.

Fluchtwagen vor Hotel in Wien entdeckt
Dann kam noch ein Hinweis eines Autofahrers, den die Räuber bei der rasanten Flucht auf die A8 beim Terminal Wels fast gerammt hätten. "Als wir diese Infos auswerteten, berichteten uns Kollegen aus Niederösterreich, dass sie diesen Pkw im Zusammenhang mit Einbrüchen schon im Visier hatten", sagte Ferdinand Jung, der Leiter der Raubgruppe im Landeskriminalamt. Die Kollegen in Niederösterreich wussten, dass die Verdächtigen in Hotels in Wien abgestiegen waren - und prompt wurde vor einem dieser Hotels der Fluchtwagen entdeckt.

"Während der Observation tauchte noch ein rumänischer Audi A4 auf, und wir vermuteten, dass die Verdächtigen das Land verlassen wollen", ergänzte LKA-Chef Gottfried Mitterlehner. Es war unklar, ob es die Räuber von Marchtrenk sind, doch das Risiko einer Flucht war zu groß: Man verfolgte die Autos. 200 Meter vor der Grenze zu Ungarn in Nickelsdorf schlug die "Cobra" dann zu und überwältigte die beiden Verdächtigen und die Freundin des 40-Jährigen, der in Österreich schon vier Jahre Haft verbüßt hatte.

Rest der Beute in Waschmittel versteckt
Auf den ersten Blick sah alles nach einem Reinfall aus: kein Geld, keine Waffen. Doch als die Beamten sechs scheinbar originalverpackte Waschmittel-Kartons genauer unter die Lupe nahmen, entdeckten sie darin die in Cellophan eingewickelten Geldbündel (kl. Bilder): Die Beute bzw. der Rest der 200.000 Euro, denn nach dem Überfall hatten sich der 40-Jährige und seine Freundin Flugtickets von Bukarest nach Mykonos gekauft - am Mittwoch wollten sie in den Urlaub jetten. Ihr Komplize hätte daheim gefeiert. Jetzt sind alle in Haft und schweigen.

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