So, 19. November 2017

Polizist überfahren

28.01.2014 17:08

„Hummer“-Prozess: Urteilsspruch im April geplant

In der südungarischen Stadt Szeged ist am Dienstag der Mordprozess gegen jenen Kärntner fortgesetzt worden, der im Oktober 2012 mit seinem "Hummer" einen Polizisten absichtlich überfahren haben soll und dabei tötete. Mehrere Sachverständige sagten aus, Richter Attila Joo setzte weitere Verhandlungstermine an. Das Urteil könnte am 24. April ergehen.

Laut Sachverständigen hatte der Geländewagen den Uniformierten zunächst an den Beinen erfasst und rückwärts zu Sturz gebracht. Der Polizist Imre K. fiel nicht auf den Boden, sondern auf sein Motorrad, ehe er von dem "Hummer" überrollt wurde.

Als Verletzungen wurden ein Teilriss des Rückenmarks, ein Riss im rechten Vorhof des Herzens, beidseitige Rippenbrüche sowie Lungenprellungen festgestellt. Wäre Imre K. auf dem Boden zu liegen gekommen, wären die Verletzungen nach Angaben der Gutachter weniger schwer gewesen: Die Bodenfreiheit des "Hummers" beträgt nämlich 40 Zentimeter.

Thomas B. erlitt vier Schussverletzungen
Nach Aussage des Waffenexperten Istvan Hegyi wurden dann zehn Schüsse auf den "Hummer"-Fahrer Thomas B. abgegeben. Der zuletzt in Salzburg lebende Kärntner wurde vier Mal getroffen. Das führte zu Verletzungen an einem Knie, der Hüfte, an einem Oberschenkel und an der rechten Hand. Hätte sich der im Geländewagen sitzende Österreicher nicht nach vorne gebeugt, hätte einer der Schüsse das Rückgrat getroffen, erklärte der medizinische Sachverständige Arpad Szabo.

Beschädigter "Hummer" soll repariert werden
Das Gericht ordnete am Dienstag eine Ergänzung der Untersuchung durch verkehrstechnische Gutachter an. Dazu soll der beschädigte Geländewagen repariert werden. Dadurch sollen die Sachverständigen die Möglichkeit erhalten, den "Hummer" mit 29 km/h bis 33 km/h zu fahren und dessen Lenkverhalten zu prüfen. Mit dieser Geschwindigkeit soll der 35-jährige Angeklagte den ungarischen Polizisten überrollt haben.

Der Prozess wurde schließlich vertagt. Das Komitatsgericht hat vorläufig drei weitere Verhandlungstermine. Dabei soll es zu weiteren Anhörungen von Sachverständigen kommen. Kann das Beweisverfahren abgeschlossen werden, werden am 22. April die Plädoyers gehalten. Das Urteil sollte in diesem Fall am 24. April verkündet werden.

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