Mi, 13. Dezember 2017

"Bestens gelaufen"

17.09.2013 12:29

Wrack der "Costa Concordia" aufgerichtet

Die spektakuläre Operation zur Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" ist am Dienstag in der Früh erfolgreich abgeschlossen worden. "Das Schiff ist wieder in einer aufrechten Position", sagte der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, um 4 Uhr auf der Insel Giglio. Der 290 Meter lange und 114.500 Tonnen schwere Luxusliner war insgesamt 19 Stunden lang mit Stahlseilen aufgerichtet worden.

"Es hätte nicht besser laufen können", erklärte der Projektverantwortliche des Schiffseigners Costa Crociere, Franco Porcellacchia. Zivilschutzchef Gabrielli und Vertreter der Bergungsteams umarmten sich, im Hafen von Giglio "applaudierten" Schiffssirenen. "Die besten Experten der Welt haben an diesem Einsatz gearbeitet", gab sich Gabrielli zufrieden.

Auch Italiens Premier Enrico Letta gratulierte den Technikern des italo-amerikanischen Konsortiums Titan-Micoperi: "Wir sind auf all jene stolz, die an diesem Einsatz teilgenommen haben", twitterte der italienische Regierungschef. Und Silvio Bartolotti, Generalmanager der italienischen Firma Micoperi, erklärte: "Die Aufrichtung der 'Costa Concordia' ist ein großer Erfolg für alle, die daran beteiligt waren. Es ist auch ein Erfolg für ganz Italien. Ich habe nie daran gezweifelt, dass wir es schaffen würden. Italien hat die beste Schiffindustrie der Welt."

Kreuzfahrtriese wurde Millimeter für Millimeter gehoben
Es handelte sich um eine einzigartige Aktion, die mit dem Risiko verbunden war, dass die "Costa Concordia" auseinanderbrechen würde. Der 114.500 Tonnen schwere Kreuzfahrtriese musste aus seiner eingekeilten Lage zwischen zwei Felsen befreit und um insgesamt 65 Grad gedreht werden. Dies wurde in mühevoller Kleinarbeit vollbracht: Millimeter für Millimeter wurde der Koloss mit Seilen, Flaschenzügen und Schwimmkörpern in eine aufrechte Position gebracht. Das Schiff lag seit Jänner 2012 in einer fast waagerechten Position vor der toskanischen Küste im Meer, nachdem es dort auf einen Felsen gefahren und gekentert war.

Wrack soll im Frühjahr abgeschleppt werden
Nach der erfolgreichen Aufrichtung soll das Wrack mittels schwimmenden Containern gehoben werden, damit es in einen Hafen geschleppt werden kann. Dies soll aber erst im Frühjahr 2014 geschehen, da die Winterstürme abgewartet werden. Die Kosten der Bergeaktion, an der 500 Arbeiter beteiligt sind, werden mit 600 Millionen Euro beziffert. Am Ende könnten es sogar 800 Millionen Euro werden, hieß es.

Die Bergeaktion hatte am Montag in der Früh mit Verspätung begonnen, ihr Abschluss verzögerte sich mehrmals. Bei der Bergung wurde besonderer Wert darauf gelegt, eine Verschmutzung des Meeres zu vermeiden. Die Leiterin des Umweltbeobachtungszentrums der Insel Giglio, Maria Sargentini, sagte, dass die Gewässer rund um das Wrack jede Stunde untersucht wurden, um einen etwaigen Austritt umweltschädlicher Stoffe zu erkennen.

Schiffsunglück forderte 32 Menschenleben
Bei dem Schiffsunglück im Jänner 2012 waren 32 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Leichen, die im Wrack vermutet wurden, konnten auch am Montag nicht gefunden werden. Die Bergungsteams hoffen, sie noch ausfindig zu machen. "Nachdem die Sicherheit des Wracks überprüft wurde, werden wir die 'Costa Concordia' wieder betreten können", sagte Zivilschutzchef Gabrielli. Danach soll die Suche nach den Überresten der letzten beiden Vermissten beginnen. Dabei handelt es sich um eine italienische Passagierin und um ein indisches Crewmitglied.

An Bord des Urlauberschiffes waren mehr als 4.000 Menschen gewesen, darunter 77 Österreicher. Kapitän Franceso Schettino muss sich wegen des chaotischen Rettungseinsatzes derzeit vor einem Gericht in Grosseto in der Toskana verantworten.

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