Fr, 15. Dezember 2017

Inspektoren-Bericht

13.09.2013 19:12

Ban: UNO bestätigt Giftgasangriff in Syrien

Die Vereinten Nationen werden in ihrem für kommende Woche erwarteten Expertenbericht den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien bestätigen. Das teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Freitag in New York mit. Auch wenn der UN-Bericht keinen Verantwortlichen für den Giftgasangriff nennen werde, warf Ban dem syrischen Machthaber Bashar al-Assad "viele Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor.

Er sei überzeugt, dass das Gutachten überwältigende Hinweise enthalten werde, sagte Ban am Freitag. Er könne sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht weiter öffentlich äußern, da er den Bericht noch nicht erhalten habe. Die Inspektoren unter Leitung des Schweden Ake Sellström werden ihren Bericht voraussichtlich am Montag vorlegen.

Hinweise auf Regierungsverantwortung
Nach Angaben von Diplomaten haben die Inspektoren Hinweise darauf, dass der Giftgas-Angriff von der Regierung verübt wurde. In ihrem am Montag erwarteten Bericht benennen die Inspektoren zwar nicht direkt einen Verantwortlichen für den Chemiewaffeneinsatz, doch dürften Berechnungen der Flugbahn der Geschosse auf die Urheberschaft der Regimetruppen hindeuten, wie Diplomaten am Freitag andeuteten.

Sie gingen - vor UNO-General Bans Erklärung - davon aus, dass der Sellström-Bericht die Vorwürfe der USA bestätige, wonach das Nervengas Sarin eingesetzt wurde. Zu den aufgeführten Fakten, die eine Urheberschaft der Regierungstruppen belegen könnten, dürfte die Auswertung der Flugbahnen der Geschosse gehören. Daraus könne abgeleitet werden, ob sie aus Gebieten abgefeuert worden seien, die von Regierungstruppen oder von Rebellen gehalten werden. "Sellström wird vermutlich niemanden beschuldigen. Aber nichts kann den Generalsekretär daran hindern, die Fakten auszulegen und zu sagen, dass die Vorwürfe in eine bestimmte Richtung weisen", sagte ein Diplomat.

USA und Russland beraten über weiteres Vorgehen
Bei dem Angriff auf Vororte der Hauptstadt Damaskus waren Hunderte Menschen getötet worden. Die USA haben als Reaktion darauf mit einem Militärschlag gedroht. Derzeit beraten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow in Genf über das weitere Vorgehen in Reaktion auf den Chemiewaffenangriff.

Syrien hat einem russischen Vorschlag zugestimmt, seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle zu stellen und zu vernichten. Allerdings machte Präsident Bashar al-Assad am Donnerstag die Umsetzung des Plans davon abhängig, dass die USA auf eine Gewaltandrohung verzichten.

Medien: Rebellen wollten Sarin aus Türkei beziehen
Unterdessen berichteten türkische Medien unter Berufung auf eine Anklageschrift gegen einen bereits im Mai festgenommenen 35-jährigen Syrer, dass islamistische Rebellengruppen versucht hätten, über die Türkei an das Nervengift Sarin zu gelangen. Der Syrer soll demnach versucht haben, die Chemikalien für die mit der Al-Kaida verbundene Al-Nusra-Front sowie die Rebellengruppe Ahrar al-Sham zu beschaffen.

Im Mai hatten Berichte über einen Fund von Sarin in der Provinz Adana Schlagzeilen gemacht. Der Kampfstoff sei mit einem Flugzeug aus Libyen in die Türkei gebracht worden, war damals berichtet worden. Allerdings hatte die türkische Regierung diese Berichte umgehend dementiert. Der Gouverneur der Provinz Adana, Hüseyin Avni Cos, erklärte, es sei kein Sarin-Gas sichergestellt worden, jedoch seien verschiedene Chemikalien gefunden worden, die untersucht würden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden