Mi, 13. Dezember 2017

Tragödie in China

10.09.2013 12:36

Augen von Tante ausgestochen - Bub erhält Prothese

"Buben bei lebendigem Leib Augäpfel entfernt": Diese tragische Schlagzeile hatte Ende August die chinesische Öffentlichkeit erschüttert. Glaubte man zunächst an einen besonders brutalen Fall von illegalem Organhandel, stellte sich später die nicht minder schockierende Wahrheit heraus: Die Tante hatte ihrem Neffen wegen eines Familienstreits die Augen ausgestochen. Doch nun gibt es Hoffnung für den Sechsjährigen. Er erhält Augenprothesen und Sensoren an Stirn und Zunge.
Zwar bedeutet das nicht das Zurückerlangen des Augenlichts, doch die behandelnden Ärzte in Hongkong sind zuversichtlich, dass

mit dem Fortschreiten der Medizintechnik in fünf bis zehn Jahren sogenannte bionische Augen erhalten kann, die ihm zumindest 20 bis 30 Prozent der natürlichen Sehkraft zurückgeben könnten. Bionische Augen sollen nach dem Prinzip funktionieren, dass direkte Nervenverbindungen ins Gehirn aufgebaut werden. Die Sehnerven des Buben dürften nicht beschädigt worden sein.

"Warum ist der Himmel immer finster?"
Das Schicksal von Guo Bin bewegt seit Wochen die chinesische Öffentlichkeit. Ein Onkel hatte der Zeitung "Beijing Youth Daily" erzählt, der Kleine frage ständig: "Warum ist der Himmel immer finster - und warum kommt die Morgendämmerung noch nicht?" Der Augenspezialist Dennis Lam Shun-chiu bot schließlich eine kostenlose Operation in seiner Klinik in Shenzhen an.

Tante nahm sich wenige Tage nach der Tat das Leben
Berichte, wonach an den herausgeschnittenen Augäpfeln die Hornhaut gefehlt habe, führten zeitweise zu Spekulationen, der Kleine sei Opfer von skrupellosen Organhändlern geworden. Die Polizei teilte aber später mit, die Hornhaut sei nicht abgetrennt gewesen. Danach geriet die Tante des Buben unter Tatverdacht. Dieser erhärtete sich, nachdem Blutspuren an ihrer Kleidung sichergestellt worden waren. Wenige Tage nach der Tat nahm sich die Frau das Leben, indem sie in einen Dorfbrunnen sprang.

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