Fr, 19. Jänner 2018

Dämonisch gut

03.06.2005 13:28

Die Cartoon-Band Gorillaz ist wieder da

Nach vier Jahren Pause kehrt eines der erfolgreichsten und zugleich seltsamsten Musikprojekte mit einem neuen Album zurück. Die Cartoonband „Gorillaz“, die mit „Clint Eastwood“ weltberühmt wurde, verknüpft in „Demon Days“ Experiment mit Hitqualität.

Blur-Frontman Damon Albarn hat sich mit seinen Musiker-Kollegen für das neue Album austoben dürfen, schließlich verknüpft man beim Hören der CD die Stimmen unwillkürlich mit den Zeichentrick-Charakteren 2D, Murdoc, Russel und Noodle aus der Feder von Jamie Hewlett und nicht mit den großteils sehr prominenten Haup- und Gaststimmen.

Als hochrangige Gäste tragen De La Soul mit Rap Parts aber auch Ike Turner und Neneh Cherry zum ganz eigenen Hörerlebnis bei. Außergewöhnlich auch der Gastauftritt von Easy-Rider Dennis Hopper, der in „Fire Coming Out Of The Monkey‘s Head“ als Erzähler auftritt.

Nach dem Happy-Sound des ersten Albums präsentiert sich „Demon Days“ – wie schon der Titel vermuten lässt – etwas düsterer und tiefgründiger. Trotz elektronischer Klangexperimente ist das neue Gorillaz-Album ebenso massentauglich wie der Vorgänger. Gleich die erste Single-Auskoppelung "Feel Good Inc" zeigt die Hit-Qualitäten der Ohrwurm-Produzenten. Ein Kinderchor und die Verknüpfung süßer Melodien mit bitterbösen zynischen Texten gibt dem Album etwas von „Zuckerbrot und Peitsche“.

Die virtuelle Cartoon-Band Gorillaz etabliert sich mit dem neuen Album als Fixstern des qualitativ hochwertiger Konserven-Pop. Nicht genug würdigen kann man den Versuch keinen Abklatsch der erfolgreichen ersten Scheibe, sondern etwas neues – und dennoch irgendwie typisch „Gorillaz“-mäßiges abzuliefern. Der Sound bleibt gefällig und bieten zusammen mit den tollen Video-Clips ein Vergnügen für Auge und Ohr – fast ein Gesamtkunstwerk.

Fazit: 8 von 10 bittersüß gezeichneten Cartoon-Pop-Bonbons

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